Szene aus dem Film Predator Upgrade
2018 Twentieth Century Fox
„Predator Upgrade“

Die Aliens und der Klimawandel

„Predator Upgrade“ heißt der jüngste Streich im Alien-Rasta-Cyborg-Universum. Regie führte der Hawkins-Darsteller aus Teil eins, Shane Black, und der steht für altbewährte Schenkelklopfer-Action. Die Monster jedenfalls sind wieder einmal auf Menschenjagd – aber diesmal aus einem ganz besonderen Grund, der durchaus überrascht.

1987 ging es los mit „Predator“, damals noch mit Arnold Schwarzenegger und entsprechendem „Terminator“-Rückenwind, aus dessen Windschatten sich die „Predator“-Reihe aber nie ganz befreien konnte. „Terminator“ stellte Fragen zum Menschsein, die Philosophen wie Actionfans gleichermaßen beschäftigten. Der „Predator“ war eben – „nur“ – gut gemachte Action-Sci-Fi, was seine Fortsetzungen nicht unbedingt für sich in Anspruch nehmen konnten, zunächst „Predator 2“ (1990), dann das umstrittene Comeback mit „Alien vs. Predator“ (2004) und „Alien vs. Predator 2“ (2007) und schließlich, von Fans und Kritikern als Achtungserfolg abgenickt, „Predators“ (2010).

„Predator Upgrade“ ist ein Kapitel für sich. Manche werden finden, die völlig sinnbefreiten Dialoge im Stile schlechter 1970er-Jahre-Synchronisierungen sind Kult, andere werden bass erstaunt sein, warum man mit genau demselben Aufwand keine nachvollziehbaren Konversationen geschrieben hat. Die einen werden die Haudrauf-Actionszenen lieben, die sich im Übrigen nicht von jenen der Vorgängerfilme unterscheiden, andere werden dabei ermüdet seufzen. „Predator“ ist eine Glaubensfrage.

Szene aus dem Film Predator Upgrade
2018 Twentieth Century Fox
Eine Art Bürgerkrieg: Zwei Predators im Kampf auf Leben und Tod
Szene aus dem Film Predator Upgrade
2018 Twentieth Century Fox
Im Versuchslabor hält es dieses Exemplar nicht lange – zum Leidwesen der Menschheit
Szene aus dem Film Predator Upgrade
2018 Twentieth Century Fox
Boyd Holbrook in der Hauptrolle des Quinn McKenna
Szene aus dem Film Predator Upgrade
2018 Twentieth Century Fox
Wilde Truppe (v. r. n. l.): Boyd Holbrook, Trevante Rhodes, Keegan-Michael Key, Thomas Jane, Augusto Aguilera
Szene aus dem Film Predator Upgrade
2018 Twentieth Century Fox
Der Predator beim Ausbruch aus dem Labor in neckischer Netzstrumpfhose

Geniestreich oder Wahnwitz?

Achtung, wer sich von der Handlung des Films im Kino überraschen lassen möchte, sollte diesen und den nächsten Absatz nicht lesen und erst danach wieder in den Artikel einsteigen. Denn, was diesen „Predator“ besonders macht, ist die Rahmenhandlung, bei der man sich nie sicher ist: Geniestreich oder lächerlicher Wahnwitz? Die Grundidee ist folgende: Die Predators aus dem All wissen, dass die Menschheit in ein bis zwei Generationen durch den Klimawandel ausgelöscht sein wird.

Deshalb wollen sie sich noch rechtzeitig die beste menschliche DNA sichern, um sich selbst damit optimieren zu können. Und die beste DNA haben, da sind sie sich sicher, Menschen mit Asperger-Syndrom. Sie sind, heißt es im Film, eigentlich so etwas wie die bereits existierende nächste Entwicklungsstufe unserer Spezies. Denen wollen sie das Rückgrat entreißen. Die Predators holen sich also am Vorabend der menschlichen Apokalypse ein Asperger-Upgrade.

Rückkehr zur „Predator“-Familie

Wer die Filmreihe kennt, wird sich vielleicht an Hawkins aus dem ersten Teil erinnern. Der hatte die ein wenig undankbare Rolle, als Erster von den Aggrotouristen aus dem All ausgeweidet zu werden. Seine Truppe fand von ihm nur noch das Waffenarsenal und die Eingeweide. Hawkins wurde gespielt von Black – der bei „Predator Upgrade“ für Regie und Drehbuch verantwortlich zeichnet.

Ein Multitalent also, wenn man so will. Als Drehbuchautor war er einer von jenen, die genau den Schenkelklopferhumor mit den bereits erwähnten Nonsensdialogen zur Perfektion trieben: „Lethal Weapon“ 1, 2 und 3 (1987, 1989 und 1992), „Last Boy Scout“ (1991), „Last Action Hero“ (1993), dann als Drehbuchautor und Regisseur bei „Kiss Kiss, Bang Bang“ (2005) und „Iron Man 3“ (2013). Nomen est omen – einer der letzten Filme, bei denen Black vor der Kamera stand, war „Fahr zur Hölle Hollywood“ (1997). Black ist heute 56 Jahre alt.

Ein bunter Haufen

Zur eigentlichen Handlung braucht es kaum Worte. Die Predators kommen auf die Erde, um Menschen zu metzeln, und ein durchgeknallter Haufen von Army-Outcasts versucht sie zu stoppen, natürlich gegen den Willen der eigentlichen Army. Am Ende werden sehr viele Filmfiguren nicht mehr leben. In der Hauptrolle des Helden ist Boyd Holbrook zu sehen, in einer starken weiblichen Rolle Olivia Munn. Die beiden liefern eine passable Routineleistung ab. Für die grottigen Dialoge können sie schließlich nichts.

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