„Mangkhut“

Millionen auf der Flucht vor Taifun

Regenmassen und starker Wind haben am Wochenende Millionen Menschen in Südostasien in die Flucht getrieben. Besonders hart traf der bisher stärkste Wirbelsturm des Jahres die Philippinen. Auch in China gab es Todesopfer.

In der philippinischen Stadt Itogon begrub ein Erdrutsch eine von Bergwerksarbeitern bewohnte Baracke. In dem Haus hätten sich mindestens 40 Menschen aufgehalten, sagte der Bürgermeister Victorio Palangdan. Allein aus seiner Stadt wurden Dutzende weitere Tote gemeldet. Daher ging man am Sonntag bereits von mehr als 100 Toten auf den Philippinen aus.

„Mangkhut“ erreichte China

Der Sturm zog über ein Gebiet mit fünf Millionen Einwohnern hinweg, von denen etwa ein Viertel an der Armutsgrenze leben. Hilfsorganisationen begannen bereits mit der Sondierung der Schäden auf den Philippinen und organisierten Nothilfeeinsätze. Caritas International kündigte an, die Soforthilfemaßnahmen für die Betroffenen auf den Philippinen mit 100.000 Euro zu unterstützen. Auch die Hilfsorganisation Oxfam kündigte an, die Versorgung der Menschen im Sturmgebiet zu unterstützen.

Schäden durch Taifun Mangkhut
APA/AFP/Anthony Wallace
Auch Hongkong wurde nicht von „Mangkhut“ verschont

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 230 Stundenkilometern zog „Mangkhut“ südlich an Hongkong vorbei, bevor er die südchinesische Provinz Guangdong erreichte. Wassermassen überfluteten Straßen, heftiger Wind riss Bäume, Masten und Baugerüste um. Hunderte Flüge wurden gestrichen, Zehntausende Menschen in Sicherheit gebracht. Vielerorts fiel der Strom aus.

Casinos schließen erstmals

Das chinesische Staatsfernsehen meldete, fast 2,5 Millionen Menschen hätten ihre Häuser in der Provinz Guangdong verlassen und seien in Sicherheit gebracht worden. In der Spielemetropole Macao gab es Verletzte, erstmals wurden sogar die Casinos dort geschlossen.

Schäden durch Taifun Mangkhut
APA/AFP/Anthony Wallace
Die Wassermassen legten Hongkong vollkommen lahm

Auch die USA hatten am Sonntag noch mit den Folgen eines Wirbelsturms zu kämpfen: Große Teile der Bundesstaaten North Carolina und South Carolina sowie Gebiete im Süden Virginias wurden von den Wassermassen des Sturms „Florence“ überschwemmt.

„Florence“ abgeschwächt

Dieser war am Freitag als Hurrikan eingetroffen und wurde inzwischen zum Tiefdruckgebiet herabgestuft. Mehrere Menschen kamen ums Leben. Die Behörden bestätigten sechs Todesfälle, Medien berichteten von mehr Opfern.

Zum Problem wurden vor allem die Wassermassen, die „Florence“ mit Sturmfluten und starken Niederschlägen an die Küste getragen hat und die nun über Flussläufe landeinwärts drücken: Überflutungen wurden am Sonntag sogar aus der rund 150 Kilometer landeinwärts gelegenen Stadt Fayetteville gemeldet.

Nur langsame Besserung

Zahlreiche Straßen waren unpassierbar, Menschen wurden von Rettungskräften mit Booten aus ihren überfluteten Häusern geholt. Autofahrer mussten teils Umleitungen von Hunderten Kilometern in Kauf nehmen. Wie in Südostasien kam es zu großflächigen Stromausfällen.

Besserung war am Sonntag kaum in Sicht, weil das Tief sehr lange über dem Küstengebiet verweilt: „Florence“ bewegt sich mit nur vier Kilometern pro Stunde, wie das Nationale Hurrikanzentrum NHC mitteilte. Die Region ist dadurch über lange Zeit starkem Regen ausgesetzt.

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