Goldener Herbst in Ramsau am Dachstein
picturedesk.com/Martin Huber
Ungewohnt warmer Oktober

Goldener Herbst lockt ins Freie

Viel Sonne und bis zu 26 Grad: Am Wochenende zeigt sich der Herbst von seiner besonders milden Seite. Die ungewöhnlich hohen Temperaturen laden zu Wanderungen in den Bergen, zu ausgedehnten Spaziergängen und selbst zum Sonnentanken an Seen. Während der goldene Herbst auch in der kommenden Woche anhalten wird, sorgt der frühzeitige Beginn der Skisaison in Kitzbühel für heftige Diskussionen.

„Ungewöhnlich“ sei vor allem, dass über viele Tage hinweg die Temperaturen „fünf bis zehn Grad über dem Durchschnitt“ liegen, hieß es aus der ORF-Wetterredaktion. Alexander Orlik von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) sagte gegenüber ORF.at, dass die „Beständigkeit der Wetterlage“, die praktisch seit April anhalte, „spannend“ sei. Der klassische Wechsel von Hoch- und Tiefdruckgebieten sei dieses Jahr unterbunden worden. Momentan sehe es so aus, dass der Oktober deutlich zu warm werden könnte.

Zumindest bis Donnerstag soll das für die Jahreszeit sehr warme Wetter jedenfalls anhalten. Getrübt wird es am Wochenende nur zeitweise von Nebelfeldern. Im oberösterreichischen Seengebiet, im Klagenfurter Becken, im Waldviertel und im Mürztal könnten sich diese am Samstag ein paar Stunden halten. In vielen Teilen des Landes ist der Himmel aber den ganzen Tag strahlend blau, die Temperaturen erreichen 16 bis 22 Grad – mit Südföhn können sogar sommerliche 26 Grad erreicht werden.

Gute Fernsicht in den Bergen

Egal, wo der Wochenendausflug letztlich hingeht: Die Voraussetzungen für ungewöhnlich warmes Herbstwetter sind fast überall in Österreich gegeben. Auch auf 2000 Meter Höhe hat es immer noch acht bis zwölf Grad – bei guter Fernsicht, die in Sozialen Netzwerken wohl ebenso beliebtes Fotomotiv sein wird wie die womöglich letzten Bilder des Jahres beim Sonnentanken in Badekleidung.

Frau blickt auf einen Berg
ORF.at/Christian Öser
Auch in höheren Lagen ist mit mildem Wetter zu rechnen

Auch der Sonntag verspricht viel Sonne, viel Föhn und hohe Temperaturen. Bis auf Frühnebel und vereinzelte Wolkenfelder ist in weiten Teilen des Landes mit ungetrübtem Sonnenschein zu rechnen. Durch den Föhn könnten im Alpenvorland erneut 26 Grad erreicht werden.

Debatte über Eröffnung von Skigebiet

Angesichts der sommerlich anmutenden Temperaturen scheint die Skisaison damit noch in weiter Ferne. Umso mehr sorgt die Eröffnung eines Teils des Skigebiets Kitzbühel am Wochenende in Tirol und Salzburg für hitzige Debatten, auch in der Politik.

Die Tiroler Grünen kritisierten den Saisonbeginn: So sieht etwa der Landtagsabgeordnete Georg Kaltschmid die Klischees, die einst in der Fernsehserie „Die Piefke-Saga“ über Tirol und seine Tourismusindustrie skizziert worden seien, bestätigt. Tatsächlich liegt die betroffene Piste auf der Resterhöhe im Pinzgau und damit in Salzburg – mehr dazu in salzburg.ORF.at.

Der Schnee, der jetzt für vereinzelte weiße Streifen auf den Bergen sorgt, ist jedenfalls aus dem Vorjahr. Auch auf Gletschern schaut die Situation laut ORF-Wetterredaktion ähnlich aus. Die meisten Skigebiete öffnen ohnehin erst im November – bis dahin ist auch eher mit Schneefall und entsprechenden Temperaturen zu rechnen.

Wochenendausflüge führen zu Staugefahr

Während der Andrang auf den Pisten damit wahrscheinlich überschaubar bleiben wird, könnte es auf den Straßen durch das schöne Wetter eng werden. Laut Ö3-Verkehrsredaktion kann es am Wochenende immer wieder zu Staus kommen, etwa in der Steiermark, nachdem der Gleinalmtunnel bis Anfang Dezember gesperrt bleibt und eine Baustelle auf der Ausweichstrecke den Verkehr zusätzlich behindert.

Jacken hängen auf einem Ast im Stadtpark in Wien
ORF.at/Carina Kainz
In der Stadt ist großer Andrang in Parks und anderen Grünflächen wahrscheinlich

Höchstwert von 30,2 Grad vor mehr als 50 Jahren

Mit dem Wochenende endet das goldene Oktober-Wetter aber noch nicht. Bis Donnerstag sind erneut Höchstwerte von bis zu 26 Grad möglich. Die von der ZAMG gemessenen Rekordwerte sind damit aber nicht in greifbarer Nähe.

Ungewöhnlich warme Oktober gibt es nur alle paar Jahrzehnte – zuletzt lag 2014 der Monat mit 2,2 Grad deutlich über dem langjährigen Jahresmittel. Noch extremer war es laut Orlik 2001 und 1966, damals lagen die Temperaturen 2,7 Grad darüber. Davor war 1907 der Oktober mit 2,4 Grad über dem Mittel deutlich wärmer. Mit 30,2 Grad gab es am 4. Oktober 1966 in Fußach (Vorarlberg) den höchsten je gemessenen Wert in Österreich.

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