Rom erwägt Einstieg bei angeschlagener Alitalia

Im Bemühen um eine Rettung der angeschlagenen italienischen Fluggesellschaft Alitalia strebt die Regierung die Bildung eines Gemeinschaftsunternehmens mit der Bahn an und will selbst einen Anteil daran halten. Die staatliche Beteiligung könne rund 15 Prozent betragen, sagte der Minister für wirtschaftliche Entwicklung, Luigi di Maio, der Wirtschaftszeitung „Il Sole 24 Ore“ (Freitag-Ausgabe).

Alitalia mit seinen rund 11.000 Angestellten schreibt seit Jahren Verluste. Im Mai vergangenen Jahres wurde die Airline unter kommissarische Aufsicht gestellt, nachdem ein Sanierungsplan gescheitert war, der Lohnkürzungen und Stellenstreichungen vorsah. Der italienische Staat meldete im Jänner einen 900 Millionen Euro schweren Überbrückungskredit für Alitalia bei der EU an. Bis Ende Oktober läuft die Frist für eine Lösung für das angeschlagene Unternehmen.

Andere europäische Beispiele

„Wir denken über eine Beteiligung der Regierung nach, die sich nicht groß von anderen europäischen Beispielen unterscheidet“, sagte der Minister der Zeitung. Er nannte dabei das Beispiel Air France, an dem Unternehmen ist der französische Staat mit 14,3 Prozent beteiligt. „Wir können uns eine ähnliche Höhe vorstellen.“ Eine Beteiligung des Staates garantiere auch, dass es für Alitalia eine „nationale Strategie“ gebe, sagte Di Maio.

Zu der möglichen Partnerschaft mit der staatlichen Eisenbahngesellschaft sagte der Minister, Alitalia könne sich dann stattdessen „auf Langstrecken konzentrieren“. Zudem sei eine Zusammenarbeit bei den Tickets möglich. Di Maio schloss zudem eine Beteiligung einer chinesischen oder US-Firma an dem geplanten Gemeinschaftsunternehmen nicht aus.