ESA: Sojus-Panne sorgt für Verzögerungen bei Experimenten

Nach dem Fehlstart einer bemannten Sojus-Rakete kommt es nach Angaben der Europäischen Raumfahrtorganisation (ESA) zu Verzögerungen bei den Experimenten an Bord der Internationalen Raumstation (ISS). „Es fallen im geplanten Zeitraum auf jeden Fall Experimente weg“, sagte ESA-Chef Jan Wörner heute.

Wörner ging jedoch davon aus, dass die Versuche zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden könnten. Wie viele Experimente betroffen sind, stehe noch nicht fest.

Flug ins All scheiterte nach technischer Panne

Die Crew der ISS forscht unter anderem zur Wirkung von Schwerelosigkeit auf den Menschen und zum Flugverhalten von Himmelskörpern. Derzeit befinden sich nur eine Raumfahrerin und zwei Raumfahrer in der Raumstation. Das Team sollte um zwei Mitglieder verstärkt werden: um den Russen Alexej Owtschinin und seinen US-Kollegen Nick Hague. Ihr Flug ins All scheiterte gestern aber aufgrund einer technischen Panne an ihrer russischen Sojus-Rakete. Beide Raumfahrer konnten sich per Notlandung retten.

Start der Sojus-Rakete MS-10
AP/Dmitri Lovetsky

Ob mit der nun ungeplant kleineren Crew noch Außenbordeinsätze möglich sind, sei unklar, sagte ESA-Chef Wörner. Er gehe davon aus, dass solche Einsätze – wenn nicht zwingend erforderlich – vorerst zurückgestellt würden. Ausflüge ins All werden stets von zwei Raumfahrern gleichzeitig unternommen. Zum jetzigen Zeitpunkt würde das bedeuten, dass eine Person allein an Bord zurückbleiben müsste.