Ein Mitarbeiter des FBI am Tatort
AP/Mark J. Terrill
Kalifornien

Todesschütze war Ex-Marine

Ein Ex-Marine hat das Schussattentat mit zwölf Todesopfern in einem Lokal in Kalifornien ausgeführt. Der polizeibekannte Schütze soll sich selbst getötet haben. Laut Ermittlungen der Polizei handelt es sich beim Täter, der in der Stadt Thousand Oaks im „Borderline Bar & Grill“ wahllos um sich schoss, um den 28-jährigen Ian David Long.

Er war von 2008 bis 2013 im aktiven Dienst beim US Marine Corps. Long war laut einem Sprecher der US-Marines ab Herbst 2010 sieben Monate in Afghanistan und erhielt für seinen Einsatz mehrere Auszeichnungen. Die Tatwaffe war laut Sheriff Geoff Dean von Ventura County eine Glock vom Kaliber 45, die legal erworben wurde.

Der Ex-Marine sei wegen „kleiner Vorfälle“ in der Vergangenheit der Polizei bekannt, so Dean. Dazu gehörten ein Autounfall und eine Beschwerde über Ruhestörung, wegen derer ihn die Polizei im vergangenen April aufgesucht habe. Dabei soll er laut Dean wütend und ein wenig irrational gewirkt haben. Zu dem Vorfall dazu gerufene Spezialisten für psychische Gesundheit hätten keinen Anlass gesehen, ihn mitzunehmen.

Angriff bei Party für College-Studenten

Bei dem Angriff am Mittwoch wurden auch zahlreiche Lokalgäste verwundet. 21 von ihnen konnten mittlerweile das Spital wieder verlassen. Der Vorfall ereignete sich um etwa 23.20 Uhr (Ortszeit) im „Borderline Bar & Grill“. In dem Lokal fand eine Country-Party für College-Studenten statt. Die Stadt Thousand Oaks hat etwa 130.000 Einwohner und liegt rund 60 Kilometer nordwestlich von Los Angeles.

Polizeiautos
AP/KABC
Einsatzkräfte sicherten den Tatort und kümmerten sich um die Opfer des Angriffs

Polizist wurde sofort getroffen

Laut Polizei feuerte der Schütze noch um sich, als die ersten Polizeikräfte zur Bar kamen. Vizesheriff Ron Helus und ein in der Nähe befindlicher Highway-Polizist reagierten auf die Notrufe und trafen als Erste am Tatort ein. Helus wurde laut Polizeiangaben sofort mehrfach von Schüssen getroffen. Der zweite Polizist zog seinen verwundeten Kollegen ins Freie. Als kurz darauf ein Einsatzteam eintraf, hatten die Schüsse aufgehört.

Mann schoss wahllos in Menge

Mehrere Augenzeugen berichteten, ein großer Mann, ganz in Schwarz gekleidet, habe das Lokal betreten und auf das Mädchen am Empfang geschossen. Dann habe er offenbar wahllos in die Menschenmenge gefeuert. Die Menschen hätten laut geschrien und sich in die Ecken des Raumes geflüchtet. Einige hätten Barhocker gegen die Fenster geschleudert und damit vielen die Flucht nach draußen ermöglicht.

Schussattentat mit 13 Toten nordwestlich von Los Angeles

Dreizehn Tote gibt es nach einer Schießerei Kalifornien. Sie ereignete sich in einer Bar in der Stadt Thousand Oaks, etwa 60 Kilometer nordwestlich von Los Angeles.

Besonderes Problem in USA

Waffengewalt ist seit Jahrzehnten ein ebenso großes wie politisch umstrittenes Thema in den USA. Erst letzte Woche tötete ein Mann in einem offenbar politisch motivierten Attentat elf Menschen in einer Synagoge in Pittsburgh. Laut der Organisation Gun Violence Archive gab es allein heuer bereits mehr als 48.900 Zwischenfälle mit Schusswaffen und mehr als 12.400 Todesopfer. In keinem anderen westlichen Land sterben so viele Menschen durch Schussattentate.

Auch bei den Midterms war die Einschränkung des Zugangs zu Waffen in vielen Wahlkämpfen ein Thema. Trotz der vielen Toten gibt es ein politisches Patt zwischen Demokraten und Republikanern. Vor allem Kandidaten der Republikaner werden oft finanziell stark von der Waffenlobby National Rifle Association (NRA) unterstützt. US-Präsident Donald Trump verteidigte ebenfalls, trotz mehrere tödlicher Schussattentate, darunter an Schulen, stets den einfachen Zugang zu Waffen.

Einer aktuellen Studie zufolge besitzen die US-Bürger 40 Prozent der privaten Schusswaffen weltweit, obwohl sie nur vier Prozent der Weltbevölkerung ausmachen. Von den weltweit 857 Millionen Schusswaffen in Privatbesitz befinden sich 393 Millionen in den Vereinigten Staaten.

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