Feuerwehrmann kämpft gegen das Feuer in Paradise, Kalifornien
APA/AFP/Josh Edelson
Tote und Zerstörung

Waldbrände wüten in Kalifornien

Kalifornien wird erneut von schweren Waldbränden heimgesucht. Mindestens elf Menschen fielen den Flammen bisher zum Opfer. Ein Ende ist nicht in Sicht: Heftige Winde sorgen dafür, dass sich die Feuer extrem schnell ausbreiten.

Die bisher schlimmsten Brände in der Geschichte Kaliforniens sind erst ein Jahr her, da fressen sich erneut riesige Feuerwalzen durch Teile des US-Bundesstaats. Rund 6.700 Gebäude, die meisten von ihnen Wohnhäuser, fielen den Flammen bereits zum Opfer. Besonders schlimm traf es die Stadt Paradise nördlich von Sacramento. Dort starben Menschen in ihren brennenden Autos. Die Behörden forderten alle 27.000 Einwohnerinnen und Einwohner von Paradise auf, die Stadt zu verlassen.

Der als „Camp Fire“ bezeichnete Waldbrand war Donnerstagfrüh ausgebrochen und breitete sich inzwischen auf eine Fläche von mehr als 30.000 Hektar aus. Bisher konnten die Feuerwehrleute das Feuer kaum eindämmen, wie die kalifornische Regierung mitteilte. „Das ist ein sehr gefährliches Feuer“, schrieb die Feuerbehörde Cal Fire auf Twitter.

Löschhubschrauber in Kalifornien
Reuters/Eric Thayer
Tausende Feuerwehrleute sind gegen die Brände im Einsatz
Brennende Reagan-Ranch in Kalifornien
Reuters/David McNew
Nahe Malibu erreichten die Flammen eine Farm, die früher im Besitz des ehemaligen US-Präsidenten Ronald Reagan war
Feuer nahe eine Wohngegend in Malibu
Reuters/Social Media
In Malibu machten die Flammen auch vor Villen von Prominenten nicht halt
Satellitenbild zeigt die Waldbrände nahe Paradise, Kalifornien
AP/NASA
Ein Satellitenbild zeigt die gewaltige Feuerschneise, die sich bei der Stadt Paradise in die Landschaft frisst
Ausgebrannte Autowracks in Paradise, Kalifornien
APA/AFP/Josh Edelson
In Paradise im Norden Kaliforniens brannten zahlreiche Autos aus
Feuerwehrmänner im Einsatz gegen die Waldbrände in Paradise, Kalifornien
Reuters/Stephen Lam
Tausende Feuerwehrleute sind in Kalifornien im Einsatz
Feuerwehrmann im Einsatz gegen die Waldbrände in Magalia, Kalifornien
AP/John Locher
Nur ein kleiner Teil der Brände konnte bisher unter Kontrolle gebracht werden
Feuerwehrmann im Einsatz gegen die Waldbrände in Paradise, Kalifornien
APA/AFP/Getty Images/Justin Sullivan
Für Tausende Häuser kam jede Hilfe zu spät
Rauchschwaden über der Küstenstraße von Kalifornien
APA/AFP/Robyn Beck
Nahe Malibu tauchten die Feuer den Himmel in bedrohliche Farben
Bewohner Malibus versucht seine Pflanzen vor den Waldbränden in Sicherheit zu bringen
AP/Ringo H.w. Chiu
Nicht alle Einwohner Malibus kamen den Evakuierungsaufforderungen nach
Brennendes Haus in Malibu
Reuters/Ringo H.W. Chiu
Viele Stars sorgten sich in Sozialen Netzwerken um ihre Villen in Malibu
Feuerwehrmänner im Einsatz gegen die Waldbrände in Malibu, Kalifornien
AP/Ringo H.w. Chiu
Die von den Bränden verursachten Schäden sind noch nicht abzuschätzen

Evakuierungsaufruf in Malibu

Auch im Süden des Staates, mehr als sieben Autostunden entfernt, kämpften die Einsatzkräfte mit Großbränden. Betroffen war unter anderem der bekannte Pazifikküstenort Malibu. Auch hier riefen die Behörden die Bevölkerung zur Evakuierung auf. In Malibu lebt eine ganze Reihe an Hollywood-Stars und Prominenten. Der „Woolsey Fire“ genannte Waldbrand nahe des Küstenorts breitete sich laut Cal Fire bereits auf rund 15.000 Hektar aus.

Vizegouverneur Gavin Newsom rief für die Bezirke Butte County, Los Angeles County und Ventura County den Notstand aus, um auf diese Weise schnell Hilfe zu mobilisieren. Insgesamt mussten bereits mehr als 200.000 Menschen ihre Häuser verlassen. Schulen schlossen, Freizeitaktivitäten und Sportveranstaltungen wurden abgesagt. Stromleitungen wurden gekappt. Tausende Feuerwehrleute aus mehreren Bundesstaaten kämpften gegen die Flammen. Mindestens 6.700 Gebäude wurden bereits zerstört. Viele Menschen mussten in ihren Autos übernachten.

Feuerwehrmann im Einsatz gegen die Waldbrände in Malibu, Kalifornien
AP/Ringo H.w. Chiu
Für viele Häuser kam jede Hilfe zu spät

Der Pacific Highway, eine der wichtigsten Verkehrsadern in Kalifornien, wurde nach Angaben der Behörden zwischen Topanga Canyon und Decker Canyon gesperrt. Betroffen von den Waldbränden ist auch Thousands Oaks, wo erst am Donnerstag ein Ex-Marine zwölf Menschen in einem Lokal erschossen hatte. Auch aus anderen Teilen des Bundesstaates berichteten Menschen von der verzweifelten Suche nach Verwandten, von niedergebrannten Häusern und gesperrten Autobahnen.

Trump droht mit Entzug von Bundesmitteln

Bei anhaltend sommerlichen Temperaturen und Trockenheit ist die Feuergefahr an der US-Westküste hoch. Starke Winde erschwerten die Lage. Der nationale Wetterdienst sprach von extremen Bedingungen und warnte vor weiteren Bränden. Noch ist unklar, wodurch die Brände ausgelöst wurden. Oft sind die Feuer schlicht menschlicher Unachtsamkeit geschuldet.

Kalifornien kämpft gegen Waldbrände

Gleich mehrere Waldbrände halten die Einsatzkräfte in Kalifornien in Atem.

US-Präsident Donald Trump machte am Samstag Missmanagement der zuständigen Behörden in Kalifornien für die Todesopfer durch die Waldbrände verantwortlich. „Es gibt keinen Grund für diese massiven, tödlichen und teuren Feuer in Kalifornien außer dem schlechten Forstmanagement“, schrieb Trump auf Twitter. Milliarden US-Dollar würden jährlich ausgegeben, trotzdem gebe es Todesopfer. Der US-Präsident drohte dem – demokratisch regierten – Bundesstaat mit dem Entzug von Bundesmitteln.

Eines des schlimmsten Waldbrandjahre

Waldbrände im Herbst sind in Kalifornien nichts Ungewöhnliches. Der Bundesstaat hat aber mit zunehmend schlimmeren Ausbrüchen zu kämpfen. Nach den verheerenden Bränden im Herbst vergangenen Jahres erlebt Kalifornien zurzeit erneut eines der schlimmsten Waldbrandjahre in seiner Geschichte.

Verheerende Brände in Kalifornien

Im US-Bundesstaat Kalifornien sind die Waldbrände außer Kontrolle – die Zahl der Toten steigt.

Im Sommer musste unter anderem das bei Urlaubern beliebte Yosemite-Tal wegen eines Großfeuers mehrere Wochen lang gesperrt werden. Im Vergleich zum Vorjahr zerstörten Feuer in den vergangenen Monaten bereits eine doppelt so große Fläche. Im Hinblick auf den Fünfjahresdurchschnitt fiel bereits ein dreimal so großes Gebiet den Flammen zum Opfer.