Hunderttausende Hindus fordern Tempelbau in Ayodhya

Hunderttausende Hindus sind gestern im nordindischen Ayodhya für den Bau eines Tempels am einstigen Standort einer Moschee auf die Straße gegangen. Die Moschee war 1992 von fanatischen Hindus zerstört worden. Das hatte damals zu landesweiten Ausschreitungen zwischen Hindus und Muslimen mit mehr als 2.000 Toten geführt.

Menschenansammlung
APA/AFP/Sanjay Kanojia

Die Polizei war mit einem Großaufgebot in der Stadt bei Feizabad im Bundesstaat Uttar Pradesh im Einsatz. Die Demonstration sei aber friedlich zu Ende gegangen, teilte die Einsatzleitung am Abend mit.

Die nationalistische Hindubewegung Vishwa Hindu Parishad (Welthindurat) hatte zu der Aktion aufgerufen. Sie wollte Druck aufbauen, um den Bau des Tempels möglichst noch vor den nächsten Wahlen im Mai 2019 durchzusetzen. Sie sprach von 200.000 Teilnehmern. Das Gelände gilt den Hindus als Geburtsort der Gottinkarnation Rama. Ob der Tempel tatsächlich gebaut wird, liegt in Händen des Obersten Gerichts des Landes. Dort ist die nächste Anhörung für Jänner 2019 angesetzt.