F-35 Kampfflugzeug
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SIPRI-Bericht

Rüstungsproduktion weltweit gestiegen

Die weltweite Produktion von Rüstungsgütern ist im Vorjahr zum dritten Mal hintereinander gestiegen. Das gab das Stockholmer Friedensforschungsinstitut (SIPRI) in einem neuen Bericht bekannt. „Unerwartet“ sei diese Entwicklung „nicht“, heißt es von einer Expertin des Instituts. An der Spitze der Liste stehen weiterhin die Unternehmen aus den USA.

Laut dem SIPRI-Bericht belief sich der Verkauf von Waffen- und Militärdiensten der 100 weltweit größten Rüstungsunternehmen im vergangenen Jahr auf 398,2 Milliarden US-Dollar (rund 350 Mrd. Euro). Das sind 2,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

„Die Entwicklung kommt für uns nicht unerwartet“, sagte SIPRI-Expertin Aude Fleurant. „Viele Länder modernisieren ihre Waffensysteme. Das ist seit Langem geplant und geht über einen langen Zeitraum.“ Die Spannungen in bestimmten Ländern und Regionen hätten zudem die Nachfrage nach moderneren Systemen steigen lassen. Die Forderungen der USA, die europäischen Länder sollten einen größeren NATO-Beitrag leisten, sei an den Daten allerdings noch nicht ablesbar.

Grafik zeigt Waffenverkäufe 2017
Grafik: APA; ORF.at

US-Unternehmen profitieren von Bedarf der USA

US-amerikanische Unternehmen stehen nach wie vor an der Spitze der weltweiten Rüstungsproduzenten. Sie haben ihre Verkäufe um zwei Prozent gesteigert und stehen nun für 57 Prozent aller weltweiten Waffenverkäufe. „US-Unternehmen profitieren direkt von der anhaltenden Nachfrage des US-Verteidigungsministeriums nach Waffen“, sagte Fleurant.

Russische Konzerne steigerten ihre Produktion um 8,5 Prozent – mit einem Gesamtanteil von nunmehr 9,5 Prozent an den weltweiten Rüstungsproduzenten verdrängte das Land Großbritannien vom zweiten Platz in dem Ranking. Einige der zehn gelisteten russischen Konzerne konnten sogar Zuwächse von 22 und 25 Prozent verzeichnen.

Sukhoi Su-35 Kampfflugzeug auf der Dubai Airshow 2017
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Auch russische Konzerne, im Bild eine Su-35 des Konzerns Suchoj bei einer Flugshow in Dubai, steigerten ihre Produktion

„Im Allgemeinen sind die Waffenverkäufe russischer Unternehmen seit 2011 deutlich gestiegen, was den erhöhten Ausgaben Russlands für die Beschaffung von Waffen für seine Streitkräfte entspricht“, heißt es in dem Bericht. Fleurant sagte dazu: „Es gibt zunehmend Spannungen zwischen den USA und Russland, und das kann zu erhöhten Ausgaben für den Waffenerwerb führen.“ Der Konfrontationsdialog zwischen den Ländern sei ein Grund zur Sorge.

Großbritannien an europäischer Spitze

Die 24 Rüstungsunternehmen in Westeuropa steigerten ihren Absatz um 3,8 Prozent auf 94,9 Milliarden US-Dollar (rund 83 Mrd. Euro). Sie beherrschen damit knapp ein Viertel des Marktes. Großbritannien bleibt der größte europäische Waffenlieferant mit einem Anteil von neun Prozent.

Airbus-Drohne start von Bundeswehr Übungsgelände Todendorf (Deutschland)
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Rund 15 Prozent des Konzernumsatzes von Airbus entstehen durch Rüstungsverkäufe

Die vier deutschen Rüstungskonzerne erhöhten ihre Produktion um zehn Prozent – damit hat Deutschland einen Anteil von 2,1 Prozent an den weltweiten Waffenverkäufen. „Viele europäische Länder haben hohe Ausgaben, weil sie an Operationen wie zum Beispiel in der Sahel-Region beteiligt sind“, sagte Fleurant.

Medien: Rheinmetall beliefert Saudi-Arabien

Nach der Tötung des regierungskritischen saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi hatte Deutschland zuletzt mit einem vollständigen Rüstungsexportstopp in das Land reagiert. Nach Angaben des deutschen Wirtschaftsministeriums sollen nun auch keine Waffen oder andere Rüstungsgüter mehr nach Saudi-Arabien ausgeliefert werden, deren Export bereits genehmigt wurde.

Der Rüstungskonzern Rheinmetall beliefert das Land jüngsten Medienberichten zufolge aber offensichtlich weiter mit Munition – und zwar über Tochterfirmen in Italien und Südafrika. Ein Rheinmetall-Vorstand habe Mitte November in einer Telefonkonferenz mit Bankanalysten versichert, die Lieferungen seien von dem Exportstopp nicht betroffen, berichteten der „Stern“ und das ARD-Magazin „Report München“ zuletzt.

Starker Zuwachs in der Türkei

Mit 24 Prozent stiegen unterdessen die Waffenverkäufe türkischer Unternehmen im Vorjahr stark an. „Diese deutliche Steigerung spiegelt die Ambitionen der Türkei wider, ihre Rüstungsindustrie auszubauen, um die wachsende Nachfrage nach Waffen zu befriedigen und von ausländischen Zulieferern unabhängiger zu werden“, sagte SIPRI-Forscher Pieter Wezeman.

Im letzten Bericht, der im Dezember des Vorjahres erschien, legte damals Südkorea am deutlichsten zu. Von 2015 bis 2016 verzeichneten die dort ansässigen Unternehmen einen Zuwachs von insgesamt 20,6 Prozent. Betrachtet man die Gesamtsumme der weltweiten Waffenverkäufe der vergangenen 15 Jahre ist der Zuwachs enorm: 2002 lagen die Verkäufe der Top-100-Rüstungskonzerne bei rund 201 Mrd. US-Dollar – rund halb so viel wie heute.

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