Luftaufnahme des ausbrechenden Vulkans Anak Krakatau
Reuters/Antara Foto Agency
Indonesien

Verbotszone um Anak Krakatau vergrößert

Die indonesischen Behörden haben am Donnerstag die Warnstufe für den Vulkan Anak Krakatau in der Sundastraße erhöht. Gleichzeitig wurde die Verbotszone rund um den Vulkankrater auf fünf Kilometer ausgedehnt, teilte die Katastrophenschutzbehörde in Jakarta mit.

Nach Angaben von Sprecher Sutopo Purwo Nugroho seien am Vortag verstärkt Rauchwolken und heiße Asche ausgetreten. Die Asche sei zwar harmlos, doch sollten die Menschen in den betroffenen Gebieten Schutzmasken und Schutzbrillen tragen.

Der Anak Krakatau wächst seit Jahrzehnten aus den Überresten einer bei der verheerenden Explosion des Krakatau 1882 fast vollständig zerstörten Vulkaninsel aus dem Meer. Eine Eruption des Vulkans samt anschließendem Erdrutsch hatte am Samstag einen Tsunami ausgelöst, durch den auf den nahe gelegenen Inseln Sumatra und Java über 430 Menschen starben. Tausende Menschen wurden durch die Flutwelle obdachlos.

Luftaufnahme des ausbrechenden Vulkans Anak Krakatau
Reuters/Susi Air
Die Rauchwolken sind weithin sichtbar

Bewohner sollen sich vom Meer fernhalten

Indonesiens Behörde für Klimatologie und Geophysik (BMKG) forderte die Bevölkerung am Mittwoch auf, sich von Küstengebieten fernzuhalten. Heftiger Regen und hoher Wellengang erhöhen das Risiko für die Bewohner weiter. „Meiden Sie Küstengebiete von 500 Metern bis einen Kilometer landeinwärts“, sagte BMKG-Chefin Dwikorita Karnawati.

Menschen in Notunterkünften
APA/AFP/Mohd Rasfan
Menschen harren in Notquartieren aus

Nach dem verheerenden Tsunami suchten indonesische Rettungskräfte weiter unter Hochdruck nach Opfern und Überlebenden. Wie die nationale Katastrophenschutzbehörde am Mittwoch mitteilte, erschwerten sintflutartige Regenfälle die Hilfsarbeiten, insbesondere in entlegenen Ortschaften. Zahlreiche Menschen, deren Häuser Opfer des Tsunamis wurden, sind weiterhin in Notquartieren untergebracht.

Drei Tage auf Hügel gewartet

Die Aufräumarbeiten gehen ebenfalls weiter: Umgestürzte Palmen, Treibholz und Dreck lagen an den Sandstränden. „Viele Menschen, die wir in den entlegenen Ansiedlungen angetroffen haben, hatten keinerlei medizinische Behandlung erhalten“, sagte Dina Afriyanti, die als Hebamme für Ärzte ohne Grenzen in der Küstenstadt Labuan arbeitet.

Die Organisation versorgte auch mit einem mobilen Team Verletzte, die sich zu Fuß in höher gelegene Bereiche gerettet hatten. Auf der Insel Sebesi harrten Bewohner drei Tage lang in den Hügeln aus, bevor Helfer sie aufs Festland bringen konnten.

Bis zu 500 Meter landeinwärts

Der Tsunami war am Samstag auf einer Küstenlänge von mehr als 310 Kilometern bis zu 500 Meter landeinwärts eingedrungen. Am schlimmsten betroffen ist der Bezirk Pandeglang, der vor allem bei einheimischen Touristen beliebt ist. „Wegen des langen Wochenendes waren viele Urlauber dort“, sagte Nugroho. Ausländische Touristen waren nicht unter den Opfern.

Trümmer und beschädigtes Hausq
AP/Tatan Syuflana
Rettungs- und Aufräumarbeiten verliefen bisher schwierig

Leichen müssen identifiziert werden

Im Krankenhaus in Pandeglang arbeiten Ärzte und Pflegepersonal rund um die Uhr. Sie versorgen Verletzte und versuchen, Dutzende Leichen zu identifizieren, die in das Hospital gebracht wurden, schrieb die Zeitung „Jakarta Post“. Die Katastrophe weckte Erinnerungen an den verheerenden Tsunami, der am 26. Dezember 2004 Indonesien und andere Teile Südostasiens heimsuchte. Damals starben allein in der indonesischen Provinz Aceh mehr als 200.000 Menschen.

Karte zeigt Indonesien
Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA

Vor knapp drei Monaten wurde die bei Urlaubern und Urlauberinnen beliebte indonesische Insel Sulawesi von einem schweren Erdbeben und einem dadurch ausgelösten Tsunami heimgesucht, der mehr als 2.200 Menschen das Leben kostete. Damals machte sich unter vielen indonesischen Bürgerinnen und Bürgern Verbitterung breit über die aus ihrer Sicht zu langsame Reaktion der indonesischen Behörden auf die Katastrophe.

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