ORF-Korrespondentin Eva Twaroch
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ORF-Journalistin in Paris gestorben

Tiefe Trauer um Eva Twaroch

Das unerwartete Ableben der ORF-Frankreich-Korrespondentin Eva Twaroch am Sonntag in Paris hat viele tief betroffen gemacht. Vom ORF bis in die Medienpolitik reagierte Österreich schockiert und mit großer Anteilnahme. Gewürdigt wurde eine große Journalistin und eine stets geradlinige Kollegin.

Seit 1991 war die 55-jährige Twaroch Korrespondentin und dann Leiterin des ORF-Büros in Paris. Sie verkörperte wie keine andere die Einordnung aller Geschehnisse, die sich in den letzten Jahrzehnten in Frankreich abspielten. Vor allem führte sie mit großem Einsatz das Büro des ORF in der Seine-Metropole und verlieh dem ORF auch im politischen System Frankreichs Gewicht und Aufmerksamkeit.

ORF-Korrespondentin Eva Twaroch
ORF/First Look/Hans Leitner
Eva Twaroch – eine große Journalistin und eine stets geradlinige Kollegin, die sich in kritischen Momenten auch kein Blatt vor den Mund nahm

Wrabetz „tief betroffen“

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz zeigte sich, stellvertretend für die Gefühlslage vieler Kolleginnen und Kollegen im Haus, „zutiefst betroffen“ vom völlig überraschenden Ableben von Eva Twaroch: „Eva Twaroch war eine herausragende Journalistin, die durch viele Jahre unser Publikum über die Geschehnisse in Frankreich informiert hat. Eva Twaroch berichtete immer aktuell mit allergrößtem Einsatz von den Brennpunkten des Geschehens und hat mit größter Kompetenz die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen analysiert und verständlich gemacht.“

Trauer um Eva Twaroch

Als Frankreich-Korrespondentin war sie „immer am Puls der Zeit, rastlos, engagiert und mutig“: Nach den Worten von ORF-Reporter Roland Adrowitzer werde man Twaroch genau so in Erinnerung halten.

„Mit Eva Twaroch verliert der ORF eine große Persönlichkeit, die das Korrespondentennetz maßgeblich geprägt hat. Als Redakteurssprecherin der ORF-Korrespondenten hat sie sich durch viele Jahre auch für die Entwicklung der anderen Büros und die Interessen der Korrespondenten eingesetzt. In dieser schweren Stunde gilt das Mitgefühl der ganzen Familie.“

Seit 1991 für ORF in Paris

Twaroch wurde 1963 in Wien geboren. 1982 begann sie als freie Mitarbeiterin des ORF. Sie war sowohl für die französische Redaktion von „Radio Österreich International“ als auch für die Kulturredaktion und die Fernseh-Außenpolitik journalistisch tätig. Parallel dazu arbeitete Twaroch auch als Journalistin für französische Medien. Ab 1991 war sie ORF-Korrespondentin und Leiterin des Pariser ORF-Büros.

1999 verlieh ihr der damalige französische Europaminister Pierre Moscovici den von Frankreich und Österreich gemeinsam vergebenen Joseph-Roth-Journalistenpreis. Im Februar 2007 erhielt Eva Twaroch das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich.

„Menschlichkeit und Kollegialität“

Unter Twarochs Kollegen im ORF-Fernsehen und -Radio herrschte tiefe Erschütterung. „Ihre erfrischende Art, ihr wacher Geist und ihre große Hingabe zu ihrem Beruf werden uns und dem ORF-Publikum fehlen. Wir sind entsetzt und traurig, Eva für immer verloren zu haben. Ihre Menschlichkeit und Kollegialität wird uns im Gedächtnis bleiben. Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind in diesen schweren Stunden bei Evas Familie“, hieß es in einer Aussendung des Redakteursrats.

Auch Politik reagiert schockiert

Quer durch alle politischen Lager reagierte man am Sonntag schockiert auf das Ableben von Twaroch. Bundespräsident Alexander Van der Bellen würdigte Twaroch als „eine herausragende Journalistin und Korrespondentin“. „Twaroch hat uns allen viele Jahre lang mit hohem Engagement und großer Sachkenntnis Frankreich und die französische Politik nahegebracht“, zeigte sich der Bundespräsident betroffen. „Mein Mitgefühl gehört ihrer Familie und ihren Freundinnen und Freunden.“

Auch Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) würdigte Twaroch via Twitter als „eine großartige Journalistin und profunde Kennerin Frankreichs“. Sein „tief empfundenes Beileid gilt in diesen schweren Stunden ihrer Familie, Freunden sowie Kolleginnen und Kollegen“, so Kurz. Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka würdigte die „Brückenfunktion“, die Twaroch für das Verständnis zwischen Österreich und Frankreich gehabt habe.

Seitens der FPÖ meinte Infrastrukturminister Norbert Hofer, die „hervorragende Journalistin“ werde fehlen. „Tief betroffen" zeigte sich auch FPÖ-Mediensprecher Hans-Jörg Jenewein. „Eva Twaroch war eine Vorzeigejournalistin des ORF. Über Jahrzehnte hinweg hat die äußerst professionelle Korrespondentin den Zusehern des ORF internationale Politik und europäische Zusammenhänge aus Frankreich fundiert und kompetent vermittelt“, so Jenewein.

FPÖ-Außenministerin Karin Kneissl betonte, Twaroch sei „ein besonders sympathischer Mensch und eine exzellente Journalistin“ gewesen. Für die SPÖ sprach Mediensprecher Thomas Drozda von einer „sehr traurigen Nachricht aus Paris“ und einem Verlust. Er habe Eva Twaroch als äußerst kompetente Journalistin kennenlernen dürfen.

„Liebe Eva, vielen Dank!“

Der Österreichische Journalisten Club (ÖJC) reagierte „mit tiefer Trauer“ auf das Ableben Twarochs. ÖJC-Präsident Fred Turnheim, der Eva Twaroch seit ihrem ersten Arbeitstag in der Fernseh-Bundesländerredaktion kannte, zeigte sich tief betroffen: „Wir trauern aufrichtig um eine journalistisch und menschlich hervorragende Kollegin. Liebe Eva, vielen Dank!“

Starkes Team in Paris

ORF.at erinnert sich in dieser Stunde an die großartige fachliche und menschliche Zusammenarbeit mit Eva und ihrem Team in Paris rund um die Präsidentschaftswahl 2017.

Es war nicht zuletzt Evas Verdienst, dass alle, die neu in das ORF-Büro nach Paris gekommen sind, das Gefühl haben durften, eigentlich schon immer in dem kleinen, wuseligen Büro am Boulevard Sebastopol zu Hause zu sein.

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