Winterliche Straßenverhältnisse
APA/Barbara Gindl
Winterwetter

Staus, Straßensperren und Flugausfälle

Der starke Schneefall sorgt in weiten Teilen Österreichs für Probleme – diese schlagen sich in Straßensperren sonder Zahl, Verkehrsunfällen, Flugausfällen und erheblicher Lawinengefahr nieder. In der Steiermark musste eine erste Siedlung evakuiert werden. Schnee in Massen gibt es auch in Südbayern – und selbst in Griechenland.

Die tiefwinterlichen Fahrverhältnisse haben am Samstag für zahlreiche Probleme auf Österreichs Straßen – und darüber hinaus – gesorgt. Dramatisch nimmt sich die Lage in der Obersteiermark aus, zahlreiche Straßen mussten gesperrt werden – Hunderte Menschen sind vom Schnee eingeschlossen, eine erste Ortschaft musste evakuiert werden: In St. Johann am Tauern im Bezirk Murtal droht durch den starken Wind ein Lawinenabgang – 14 Häuser wurden geräumt. Zwei davon sind permanent bewohnt, die anderen zwölf Häuser sind Ferienhäuser. Zudem wurde ab 18.00 Uhr die Triebener Straße (B 114) zwischen St. Johann am Tauern und Hohentauern gesperrt.

Weil ein Lawinenabgang im Bereich des Grimmings nicht ausgeschlossen werden könne, musste auch die Ennstalstraße (B320) für unbestimmte Zeit zwischen Trautenfels und Espang gesperrt werden. Pkws werden lokal über Irdning umgeleitet, Lkws müssen über die Autobahn ausweichen. Auch der Zugsverkehr wurde eingestellt.

Straßensperre
APA/EXPA/Martin Huber
Im Sölktal gibt es derzeit kein Weiterkommen

Am stärksten betroffen ist weiterhin der Bezirk Liezen: Im Sölktal etwa sitzen fast 600 Personen – Einheimische und Urlauber – fest, auch die Planneralm ist derzeit nicht erreichbar. Etwas weiter nördlich, im Gesäuse, herrscht eine ähnliche Situation. Rund um Admont gibt es ebenso Straßensperren, wodurch Ortschaften nicht erreichbar sind. Auch im Bezirk Leoben sind einige Ortschaften derzeit nicht erreichbar. So etwa der Präbichl – mehr dazu in steiermark.ORF.at.

Verkehrssituation

Der Neuschnee beeinträchtigt auch den Verkehr – das Ö3-Verkehrsservice bietet mit einer interaktiven Karte einen Überblick über die aktuelle Verkehrssituation in ganz Österreich.

Eine Warmfront verbunden mit heftigem Schneefall verschärft die Lawinengefahr auch in anderen Teilen Österreichs weiter – etwa auch in Oberösterreich. Auf einigen Bergen können Lawinen hier auch ohne viel Zutun bereits abgehen, oberhalb von 1.400 Metern herrscht Warnstufe vier – mehr dazu in ooe.ORF.at. Auf den Straßen machen streckenweise Schneeglätte, Glatteis und Schneematsch Probleme. Außerdem bläst starker bis stürmischer Westwind mit Böen von 80 km/h.

Winterliche Straßenverhältnisse
APA/Barbara Gindl
Winterliche Fahrverhältnisse und starker Rückreiseverkehr der Weihnachtsurlauber dominieren Österreichs Straßen

Tauernautobahn wieder frei befahrbar

Durch den starken Schneefall, die winterlichen Straßenverhältnisse und den dichten Urlauberreiseverkehr mussten Autofahrer auf der Tauernautobahn (A10) ab Flachau (Pongau) in Richtung Salzburg sehr geduldig sein: Bereits im Pongau meldete das Ö3-Verkehrsservice am Nachmittag zweieinhalb Stunden zusätzliche Fahrtzeit.

Vorübergehend wurde die Durchzugsstrecke beim Katschbergtunnel auf Salzburger Seite wegen Schneeräumung gesperrt. Die Tauernautobahn ist inzwischen wieder frei befahrbar. Auch problematisch war der Grenzstau vor dem Walserberg. Auch auf der Katschbergstraße (B99) und der Salzachtalstraße (B159) gibt es erheblichen Stau – mehr dazu in salzburg.ORF.at.

Das Skizentrum Obertauern (Pongau/Lungau) ist ab Samstag, 17.00 Uhr, voraussichtlich bis Sonntagmittag vom Verkehr abgeschnitten. Die Straße über den Tauernpass muss wegen Lawinengefahr gesperrt werden – mehr dazu in salzburg.ORF.at.

Schnee sorgt für Verkehrschaos

Auf den Straßen Österreichs machen Schnee und Glatteis große Probleme. Sperren, zahlreiche Unfälle und Staus sind die Folge.

Flugausfälle in Innsbruck

Anders in Innsbruck: Hier mussten am Samstag mehrere Abflüge – darunter auch nach den Drehkreuzen London und Frankfurt – gestrichen werden. Zahlreiche Flüge mit Ziel Innsbruck wurden umgeleitet. Passagiere wurden auf der Website des Airports aufgefordert, aufgrund der „zum Teil massiven Einschränkungen im Flugverkehr“ sich vor einer Fahrt zum Flughafen bei der jeweiligen Airline zu erkundigen.

Die Wetterlage in Tirol

ORF-Reporter Markus Feichter berichtet vom Innsbrucker Flughafen über die aktuelle Wettersituation.

Auch auf Tirols Straßen sorgte der Schneefall für Probleme. Auf der ohnehin als Staustrecke bekannten Fernpassstraße verschärfte der Schnee die Situation. Bezirkspolizeikommandant Hubert Juen erklärte, der starke Verkehr mache es für den Straßendienst schwierig, die Straße zu räumen und zu salzen. Deshalb müsse die Straße immer wieder gesperrt werden, um die Räumung zu ermöglichen, das verursachte aber gleichzeitig lange Staus – mehr dazu in tirol.ORF.at.

Tiefwinterlich sind auch die Verhältnisse in Vorarlberg, die Schneeräumungsfahrzeuge stehen im Dauereinsatz, die Lawinengefahr bleibt angespannt – mehr dazu in vorarlberg.ORF.at. Für Sonntag wird noch mehr Neuschnee erwartet.

A21 vorübergehend gesperrt

Die Wiener Außenringautobahn (A21) war am Vormittag etwa zwei Stunden in beiden Richtungen für alle Fahrzeuge gesperrt. Die Sperre galt auf der gesamten Länge der A21 zwischen dem Knoten Steinhäusl und Brunn am Gebirge. Grund dafür waren laut ORF-Verkehrsservice zahlreiche Lkws, die auf der Fahrbahn hängen geblieben waren. Deren Fahrer hatten offenbar die winterlichen Verhältnisse unterschätzt. Gegen 11.40 Uhr konnte die Sperre wieder aufgehoben werden – mehr dazu in noe.ORF.at.

Bahnhof in München
APA/AFP/dpa/Sven Hoppe
Die Bahn in Bayern meldete, anders als der Flughafen, zunächst keine größeren Störungen

Auch Bayern hat zu kämpfen

Andauernde Schneefälle haben auch den südlichen Teil Bayerns im Griff. Für den Alpenrand und den Bayerischen Wald gab der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Samstag eine Unwetterwarnung heraus: Es wurden weiterhin heftige Schneefälle und auch Schneeverwehungen erwartet. Bis Montag könnte es auch in tieferen Lagen bis zu 50 Zentimeter Neuschnee geben, in den Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen sogar bis zu einen Meter.

Am Münchner Flughafen führte der Schnee zu großen Beeinträchtigungen. Inzwischen stehe fest, dass am Samstag mindestens 120 Flüge ausfallen, sagte eine Sprecherin. Noch am Vormittag wurde mit 90 Annullierungen gerechnet. Die Sprecherin schloss nicht aus, dass die Zahl noch weiter steigt. Zudem gibt es massive Verspätungen. Mindestens 70 Flüge heben erst mit einer Verzögerung von einer Stunde oder mehr ab.

Mann joggt in Thessaloniki
APA/AFP/Sakis Mitrolidis
Aus Thessaloniki erwartet man für gewöhnlich andere Bilder

Probleme auch andernorts

Starke Schneefälle haben in der Nacht auf Samstag auch weite Teile Nord- und Mittelgriechenlands erfasst und zahlreiche Verkehrsprobleme verursacht. Wie das öffentlich-rechtliche Fernsehen (ERT) berichtete, konnten Räumfahrzeuge nur mühsam die Fahrbahn der wichtigen Nord-Süd-Verkehrsachse frei halten – sie verbindet die Hafenstadt Thessaloniki mit Athen. Im Flughafen von Thessaloniki harrten Hunderte Menschen die Nacht über aus, weil viele Flüge ausgefallen waren. In einigen Regionen fiel der Strom aus. Auch in den nächsten Tagen soll es schneien.