Fabriksarbeiter
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IWF-Prognose

Subsahara als starker Wirtschaftsmotor

Afrika gilt als Kontinent mit großen wirtschaftlichen Möglichkeiten. Besonders die Subsahara-Region entwickelt sich immer mehr zu einem starken Wirtschaftsmotor für Afrika. Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert nun für 2019 ein Gesamtwachstum von 3,8 Prozent.

Doch einzelne Staaten liegen weit darüber, einige der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt liegen in der Region, wie die Website Quartz berichtet. Musterschüler ist in der IWF-Prognose Äthiopien. Dort soll die Wirtschaft 2019 gar um 8,5 Prozent wachsen, im Vergleich zu 7,5 Prozent 2018, so der IWF.

Dann folgen in den Top Ten Ruanda (7,8 Prozent), Ghana (7,6 Prozent), Elfenbeinküste (sieben Prozent), Senegal (6,7 Prozent), Tansania (6,6 Prozent), Benin (6,3 Prozent), Kenia und Uganda (je 6,1 Prozent), Burkina Faso (sechs Prozent) und Guinea (5.9 Prozent).

Grafik zur Wirtschaftsprognose afrikanischer Länder 2019
Grafik: ORF.at; Quelle: IWF

Drei Hauptfaktoren

Auch laut Weltbank wird in der Region das Wirtschaftswachstum weiter robust steigen, 3,4 Prozent sollen es 2019 sein. Auch bei der Weltbank ist Äthiopien der Musterschüler. Hier geht man gar von einem Wachstum von 8,9 Prozent in diesem Jahr nach 7,7 Prozent 2018 aus. 2020 und 2021 wird ein Wirtschaftswachstum von 8,9 prognostiziert.

Das Wachstum wird durch drei große Faktoren angetrieben: einen Anstieg der Rohstoffpreise, einen besseren Zugang zu und mehr Vertrauen von den Kapitalmärkten sowie generell eine bessere Weltwirtschaftslage.

Hafen von Kongo
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Matadi, eine der wichtigsten Hafenstädte der Demokratischen Republik Kongo

Nigeria und Südafrika drücken Statistik

Die Prognose für die Region, in der rund zwei Drittel Afrikas, also alles unterhalb der Sahara zusammengefasst wird, sähe noch besser aus. Die beiden großen Staaten Nigeria und Südafrika drücken die IWF-Prognose schließlich auf die 3,8 Prozent. Ohne die beiden Staaten und ohne Angola wäre die Vorhersage für die Subsahelzone bei 5,7 Prozent, wie Quartz schreibt. Nigeria und Südafrika konnten sich zwar 2018 leicht erholen, Expertinnen und Experten sehen allerdings eine großen Nachholbedarf im Vergleich zu den anderen Ländern.

Auch die weitere Zukunft Afrikas wird wirtschaftlich laut dem Washingtoner Thinktank Brookings sehr positiv aussehen. „Rund die Hälfte der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt, wird sich in Afrika befinden. 20 Länder werden in den nächsten fünf Jahren um durchschnittlich jährlich mindestens fünf Prozent wachsen“, so Bahima Coulibaly, Chef der Brookings Afrikaabteilung.

Schulden als „rosa Elefant im Raum“

Ein Problem des hohen Wachstums, das als „rosa Elefant im Raum“ gilt, der kaum Erwähnung findet, ist die wachsende Schuldenlast. Die Zeit der äußerst billigen Kredite nähert sich rasch ihrem Ende. Laut Expertinnen und Experten wächst das Risiko einer globalen Rezession ab dem Jahr 2020, und auch die Rohstoffpreise könnten durch eine geringere Nachfrage fallen. Einige afrikanische Staaten könnten dann Probleme bekommen, ihre Schuldenrückzahlung zu bedienen, wie Quartz weiter schreibt.

Laut Brookings könnten mindestens 14 afrikanische Staaten durch ihre Schulden in eine Notlage geraten, vor fünf Jahren waren es laut Brookings gerade einmal sechs. Diese – nicht näher bezeichneten Länder – haben insgesamt Schulden von 160 Milliarden Dollar, zitiert Quartz den Thinktank.

Die wachsende Schuldenlast gilt als Zeitbombe. Die durchschnittliche Staatsverschuldung liegt laut Angaben von 2017 bei 57 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP). In Ländern wie Kap Verde, Eritrea, der Demokratischen Republik Kongo, der Republik Kongo und Mosambik betrug die Verschuldung damals bereits über 100 Prozent. Da sich das weltweite wirtschaftliche Umfeld ändert, sollten auch die Staaten ihr Schuldenmanagement anpassen, vor allem in Sachen Eintreiben und Verwalten von Steuern, rät etwa auch Brookings.

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