Jakartas Ex-Gouverneur nach Blasphemiestrafe wieder frei

Der ehemalige Gouverneur der indonesischen Hauptstadt Jakarta, Basuki Tjahaja Purnama, ist nach eineinhalb Jahren Gefängnis wegen angeblicher Gotteslästerung wieder frei. Der 52-Jährige wurde heute wegen guter Führung vorzeitig entlassen. Ein Gericht hatte den christlichen Politiker 2017 aufgrund von Bemerkungen über den Koran wegen Blasphemie zu zwei Jahren Haft verurteilt.

Basuki Tjahaja Purnama
APA/AFP/Bay Ismoyo

Der Fall gilt vielen als Beleg für die zunehmende Islamisierung von Indonesiens Politik und Gesellschaft. Mit mehr als 200 Millionen Gläubigen ist das Inselreich der bevölkerungsreichste muslimische Staat der Welt. Seit einigen Jahren gewinnen konservative Kräfte an Einfluss. Zum christlichen Glauben bekennen sich etwa 20 Millionen Indonesierinnen und Indonesier.

Hunderttausende gingen auf die Straße

Purnama hat zudem chinesische Wurzeln, gehört in Indonesien also einer weiteren Minderheit an. Mit Unterstützung von Präsident Joko Widodo hatte er sich um eine zweite Amtszeit beworben – anfangs mit guten Aussichten.

Bei einem Auftritt im Wahlkampf sagte er dann jedoch, die Wähler und Wählerinnen sollten sich nicht von jenen leiten lassen, die den Koran zitierten, um seine Wahl zu verhindern. Daraufhin gingen aus Protest bis zu eine halbe Million Menschen gegen ihn auf die Straße. Vermutet wird, dass ihn die Bemerkungen über den Koran den Wahlsieg kosteten. Kurz darauf wurde er trotz internationaler Kritik verurteilt.

Offen ist, ob der Ex-Gouverneur nun in die Politik zurückkehren wird. Er selbst ließ seine Zukunft offen – kündigte aber schon an, dass er auf seinen chinesischen Spitznamen Ahok verzichten will. Künftig will er mit seinen Initialen genannt werden: BTP.