Museen in Paris und Berlin wollen bei Kolonialkunst kooperieren

Die Debatte über die Rückgabe von Kolonialkunst spaltet Länder und Experten. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Deutschland und das Museum Quai Branly in Frankreichs Hauptstadt Paris wollen enger zusammenarbeiten. „Die Situation beider Länder ist vergleichbar“, sagte Stiftungspräsident Hermann Parzinger nach einem Treffen mit seinem Amtskollegen Stephane Martin gestern in Paris.

„Es geht nicht darum, wer schneller ist mit Restitutionen“, sagte Parzinger. Für die richtigen Wege gehe es um Austausch von Sichtweisen und Erfahrungen. Martin plädierte für „eine gemeinsame Politik auf Museumsebene und eine Ausweitung der kulturellen Geografie“. Dabei sollten alle Beteiligten durch Kooperationen in den Ländern „über die Frage der Erinnerungskultur hinausgehen“.

Gleichzeitig messen beide Präsidenten den Museen auch an ihren Standorten in Europa eine besondere Rolle zu. „Das Quai Branly hat in den 13 Jahren seines Bestehens die Perspektive nichtwestlicher Kulturen grundlegend verändert“, sagte Martin. Parzinger sprach von einer großen Chance für das in Berlin geplante Humboldt Forum. Auf die Aktualität der deutschen Kolonialgeschichte müsse das Forum reagieren, „und es wird darauf reagieren“.