F: Dutzende Gräber auf jüdischem Friedhof geschändet

In der elsässischen Gemeinde Quatzenheim haben Unbekannte Dutzende Gräber auf dem jüdischen Friedhof geschändet. Etwa 80 Grabsteine wurden unter anderem mit blauen oder gelben Hakenkreuzen beschmiert, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP heute berichtete. Die zuständige Präfektur verurteilte „mit größter Entschiedenheit“ die „abscheuliche antisemitische Tat“. Die Staatsanwaltschaft in Straßburg leitete Ermittlungen ein. Quatzenheim liegt nordwestlich von Straßburg.

Friedhof in Quatzenheim
APA/AFP/Frederick Florin

Kurzfristiges Treffen von Regierungsspitze bei Holocaust-Gedenkstätte

Angesichts des enormen Anstiegs antisemitischer Übergriffe in Frankreich will Präsident Emmanuel Macron heute Abend gemeinsam mit den Spitzen des Parlaments an der Pariser Holocaust-Gedenkstätte zusammentreffen. Unter dem Motto „Es reicht“ („Ca suffit!“) sind im Anschluss in Paris und anderen Städten Kundgebungen gegen Antisemitismus geplant. Daran beteiligen sich bis auf die Rechtspopulisten alle größeren Parteien.

„Wir werden Maßnahmen ergreifen, wir werden Gesetze entscheiden, und wir werden bestrafen“, sagte Macron. Die Schändung des Friedhofs rufe „Erinnerungen an die dunklen Zeiten in der Geschichte der Juden“ hervor, erklärte unterdessen der israelische Einwanderungsminister Joav Gallant. Die jüdische Gemeinde sei in Frankreich „antisemitischen Attacken“ ausgesetzt, fuhr er fort. „Ich rufe die Juden auf: Kommt heim, emigriert nach Israel.“

Netanjahu verurteilt „schockierenden“ Antisemitismus

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu verurteilte die „schockierenden“ antisemitischen Grabschändungen. In einer Videobotschaft rief er die Führungspersönlichkeiten in Frankreich und Europa dazu auf, „klar Stellung gegen Antisemitismus zu beziehen“. „Er ist eine Plage, die alle bedroht, nicht nur uns“, so Netanjahu.