Bericht: Deutsche Bank lässt Fusion mit Commerzbank prüfen

Der Vorstand der Deutschen Bank will einem Zeitungsbericht zufolge informelle Gespräche mit der Commerzbank aufnehmen, um eine mögliche Fusion zu prüfen. Wie die Zeitung „Welt am Sonntag“ („WamS“) laut Vorabmeldung unter Berufung auf Finanzkreise berichtet, gab es bereits erste inoffizielle Kontakte „in sehr kleiner Runde“. Diese seien allerdings noch nicht in einem Stadium, in dem sie mitteilungspflichtig seien.

Beide Banken reagierten damit auch auf den Druck aus Berlin, schrieb die „WamS“. Die Bundesregierung erwarte eine Entscheidung in den kommenden Wochen. Ein Zusammenschluss von Deutscher Bank und Commerzbank sei die letzte verbliebene Möglichkeit, um den deutschen Großbankensenktor zu stärken.

„Zeit drängt“

Sollte es nicht dazu kommen, würde die Commerzbank in absehbarer Zeit vermutlich bei einem ausländischen Käufer unterkommen, hieß es. Damit gäbe es aber auch für die angeschlagene Deutsche Bank keine Option mehr.

Aus Sicht der Berliner Politik drängt die Zeit. Ende Mai wird ein neues Europaparlament gewählt. Dem Bericht zufolge fürchtet die deutsche Bundesregierung neue Mehrheiten in Brüssel, die das Vorhaben blockieren könnten. So drohe ein beihilferechtliches Problem, wenn die beiden Banken bei ihrem Zusammengehen eine Form staatlicher Stütze bräuchten.

Sollten Union und SPD bei der Wahl zudem merklich Stimmen einbüßen, könnte der Fortbestand der Großen Koalition gefährdet sein. In einer instabilen politischen Lage wäre eine neuerliche Krise einer großen deutschen Bank besonders problematisch, hieß es.