FPÖ-Mandatare verließen Facebook-Gruppe „Deutsches Reich“

Die beiden freiheitlichen Abgeordneten Edith Mühlberghuber und Peter Gerstner haben die Facebook-Gruppe „Deutsches Reich“ verlassen. Das berichtete FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker heute Mittag in einer Aussendung. Gleichzeitig stellte er fest, dass die beiden gar nicht freiwillig eingetreten, sondern ohne ihr Wissen hinzugefügt worden seien.

„Nicht aktiv eingetreten“

Der „Standard“ hatte über die Gruppenzugehörigkeit der beiden berichtet. In der Facebook-Gruppe wurden antisemitische Inhalte und Verherrlichungen Adolf Hitlers gepostet. Auch hatte Gerstner vor seinem Austritt angegeben, in der Gruppe „nicht aktiv“ und auch „nicht aktiv eingetreten“ zu sein. Von Mühlberghuber gab es gegenüber dem „Standard“ keine Stellungnahme, ob sie selbst beigetreten ist oder ohne ihr Wissen hinzugefügt wurde.

SPÖ-Mandatarin Sabine Schatz nannte die Mitgliedschaften „inakzeptabel“. Nicht nur die FPÖ verliere an politischer Glaubwürdigkeit, wenn es keine Abgrenzung zu dieser rechtsextremen Geisteshaltung gebe, gab sie Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zu bedenken.

Hasspostings gegen Rendi-Wagner: Hafenecker versus Drozda

Ein laufendes Hickhack zwischen SPÖ und FPÖ gibt es in einer anderen Causa: Hier geht es um die Seite „FPÖ Fan Club“. Laut SPÖ wird dort gegen SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner mit Hasspostings agiert. Da der freiheitliche Spitzenkandidat Harald Vilimsky die Seite gelikt hat, sieht Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda nun FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache gefordert.

Er kündigte auch eine Klage auf Unterlassung an. Hafenecker wies die Vorwürfe zurück und forderte Drozda auf, auf den Boden der Sachlichkeit zurückzukehren.

Zuvor hatte schon am Samstag eine auf Facebook geäußerte Wortmeldung des SPÖ-Abgeordneten Wolfgang Knes für den Unmut Hafeneckers gesorgt. Knes hatte allen blauen Wählern eine „schwere Krankheit“ attestiert. Hafenecker sah den Abgeordneten rücktrittsreif, später entschuldigte sich der rote Mandatar dann für seine Wortwahl.