Armee: Raketen aus dem Gazastreifen auf Tel Aviv abgefeuert

Aus dem Gazastreifen sind nach Angaben der israelischen Armee heute zwei Raketen auf die Region von Tel Aviv abgefeuert worden. Das Militär machte zunächst keine weiteren Angaben zu dem Vorfall. In der Stadt und ihren Vororten waren am Abend Warnsirenen und Explosionen zu hören. Eine israelische Armeesprecherin sagte, sie könne nur den Alarm bestätigen, aber nicht die Ursache. Einwohner und Einwohnerinnen hatten zuvor über die Explosion berichtet.

Auf einem auf Twitter verbreiteten Video glaubten viele zu sehen, wie ein Geschoß über dem Großraum Tel Aviv abgefangen wurde. Doch die israelische Armee teilte mit, entgegen Medienberichten sei keines der Geschoße von dem Abwehrsystem „Iron Dome“ („Eisenkuppel“) abgefangen worden. Es habe aber weder Verletzte noch Sachschaden gegeben. Es gebe auch keine besonderen Anweisungen für Zivilisten.

Nach Medienberichten hat Tel Avivs Bürgermeister Ron Chuldai die Öffnung von öffentlichen Schutzräumen in der Stadt angeordnet. Regierungschef und Verteidigungsminister Benjamin Netanjahu wollte den Berichten zufolge angesichts der neuen Angriffe eine Dringlichkeitssitzung im Militärhauptquartier in Tel Aviv abhalten.

Konflikt wieder aufgeheizt

Zuletzt war es im Gaza-Krieg im Sommer 2014 zu ähnlichen Angriffen auf den Großraum Tel Aviv gekommen. Der Konflikt zwischen Israel und den militanten Palästinenserorganisationen hat sich seit einem Jahr wieder aufgeheizt. Bei teilweise gewaltsamen Protesten an der Gaza-Grenze sind seit dem 30. März 2018 nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza mehr als 260 Palästinenser getötet und Tausende weitere verletzt worden.

Seit Monatsbeginn hatten Palästinenser mehrmals Raketen auf das israelische Grenzgebiet am Rande des Gazastreifens abgefeuert. Israels Luftwaffe bombardierte daraufhin Ziele in dem Küstenstreifen am Mittelmeer. Eine Ende vergangenen Jahres von Ägypten ausgehandelte Waffenruhe zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas ist zunehmend brüchig geworden.

Parlamentswahl im April

Am 9. April wird in Israel ein neues Parlament gewählt, und führende Kandidaten haben eine härtere Gangart gegenüber militanten Palästinensern im Gazastreifen gefordert.

Die Hamas wird von Israel, den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft. Israel hat vor mehr als zehn Jahren eine Blockade über das Küstengebiet verhängt, die von Ägypten mitgetragen wird. Beide Länder begründen das mit Sicherheitsinteressen. Im Gazastreifen leben rund zwei Millionen Menschen unter schwierigen Bedingungen. Es mangelt unter anderem an Trinkwasser und Strom.