Kurz versichert Einsatz für stärkere EU-Israel-Beziehungen

Für eine Stärkung der Beziehungen EU – Israel und für den Schutz jüdischen Lebens in Europa hat sich Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) heute in Brüssel ausgesprochen. In einer Rede vor dem American Jewish Committee (AJC) versicherte Kurz, er werde sich persönlich weiter dafür und für den Kampf gegen Antisemitismus einsetzen.

Österreich tue sein Bestes, um „ein ehrlicher Unterstützer und Freund Israels“ zu sein, sagte Kurz. Er warb für Verständnis für Israel. „Israel ist eine Nation, die nicht das Privileg hat, so wie wir Deutschland und die Schweiz als Nachbarn zu haben.“ Vielmehr stehe Israel ständig unter Bedrohung und habe Syrien und den Iran „um die Ecke“. Österreich lehne einseitige Resolutionen und Aktionen auf europäischer und globaler Ebene ab.

Der traditionelle Antisemitismus nehme in Österreich zwar ab, sagte der Kanzler. Vor allem unter den Gemeinschaften von Geflüchteten aus dem Nahen Osten würden antisemitische Strömungen aber zunehmen. Dabei spielten Soziale Netzwerke und Propaganda aus dem Ausland eine wichtige Rolle. Auch Studien auf europäischer Ebene würden zeigen, dass der Antisemitismus in all seinen Formen noch nicht überwunden sei.

„Vergangenheit darf nicht die Zukunft formen“

„Europa ist der Kontinent der Sicherheit, der Freiheit und der Rechtsstaatlichkeit“, so der Kanzler. Deshalb müsse Europa auch sicherstellen, dass sich alle Mitglieder der Gesellschaft sicher fühlten.

Der Vorsitzende des AJC, David Harris, selbst ein Sohn eines österreichischen jüdischen Holocaust-Überlebenden, dankte Kurz für dessen „Meilenstein-Rede“. Harris sagte, Österreich sei erst in den 90ern unter dem damaligen Kanzler Franz Vranitzky mit seiner Vergangenheit zurechtgekommen, danach habe es wieder eine Kluft gegeben. Kurz habe die Erkenntnis, dass die Vergangenheit nicht die Zukunft formen dürfe. „Unser guter Freund Sebastian“ habe „Leadership bewiesen“, sagte Harris.