Russland lässt 100 Wale nach Protesten frei

Nach einer Welle des Protests hat Russland sich bereiterklärt, mehr als 100 Wale aus Becken in der Stadt Nachodka im äußersten Osten des Landes in Freiheit zu entlassen. Eine entsprechende Erklärung wurde gestern zwischen russischen und internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unterschrieben. Unter den Unterzeichnern ist auch Jean-Michel Cousteau, Sohn des berühmten französischen Meeresforschers Jacques-Yves Cousteau.

Wale in einem Käfig in Nachodka (Russland)
Reuters/Press Service of Administration of Primorsky Krai/Alexander Safronov

Im Vorjahr hatten Bilder der in engen Becken eingepferchten Meeressäuger international für Empörung gesorgt. Die 87 Weißwale und elf Orcas waren von einer Firma eingefangen worden und hätten nach China verkauft werden sollen. Nachdem Bilder der Tiere an die Öffentlichkeit gelangten, reagierte die russische Regierung. Die örtlichen Behörden wurden angewiesen, eine Lösung für die gefangenen Wale zu finden.

Rehabilitationszentrum wird eingerichtet

Der Kreml hatte zunächst erklärt, die Wale zurück in die Freiheit zu entlassen könnte die Gesundheit der Tiere gefährden. Nun wurde laut dem Gouverneur der Provinz Primorsky Krai, Oleg Koschemjako, eine Grundsatzvereinbarung getroffen: „Wissenschaftler aus Cousteaus Team und russische Forscher werden entscheiden, wann welche Tiere freigelassen werden.“ Der Plan solle bereits kommendes Monat entworfen werden, versprach Cousteau.

Laut der Vereinbarung soll für die Tiere ein Rehabilitationszentrum eingerichtet werden, in dem sie auf die Freiheit vorbereitet werden sollen. Dort könnten auch andere verletzte Wale aus dem Japanischen Meer behandelt werden, sagte Koschemjako. In Zusammenhang mit dem Fang der Wale laufen derzeit Ermittlungen gegen vier Unternehmen. Ihnen war von den Behörden erlaubt worden, die Tiere für „Lehrzwecke“ zu fangen – sie verkauften sie aber an chinesische Meeresparks.