Brasilien: Demonstrationen gegen Bildungspolitik

In Brasilien sind gestern Zehntausende Menschen gegen die Bildungspolitik der Regierung von Präsident Jair Bolsonaro auf die Straße gegangen. In staatlichen Universitäten und Schulen fiel der Unterricht aus, damit Studierende, Schüler und Schülerinnen an den Massenprotesten gegen geplante Kürzungen teilnehmen konnten. In der Hauptstadt Brasilia gingen nach Polizeiangaben rund 15.000 Menschen auf die Straße, in der Stadt Belem waren es sogar 20.000.

Demonstration in Sao Paulo (Brasilien) gegen die Bildungspolitik
AP/Andre Penner

Auch in Sao Paulo, Rio de Janeiro und Belo Horizonte gab es Proteste. In Salvador, einer Hochburg der Linken im Nordosten Brasiliens, beteiligten sich nach Angaben der Veranstalter 70.000 Menschen an den Protesten. In Porto Alegre im Süden setzte die Polizei Tränengas gegen Demonstrierende ein.

Erste landesweite Proteste unter Bolsonaro

Es waren die ersten landesweiten Proteste gegen Bolsonaros Regierung seit dem Amtsantritt des ultrarechten Präsidenten im Jänner. Seine Regierung hatte zuvor angekündigt, die Ausgaben für die staatlichen Universitäten um 30 Prozent zu kürzen.

Bolsonaro bezeichnete die Demonstrierenden als „nützliche Idioten“, die von einer „Expertenminderheit“ an den staatlichen Universitäten „manipuliert“ würden. Bolsonaro verteidigte bei einem Besuch im US-Bundesstaat Texas, wo er eine Auszeichnung der brasilianisch-amerikanischen Handelskammer erhalten sollte, zudem seine Bildungspolitik.

Brasilien sei von seinen Vorgängern „wirtschaftlich zerstört“ worden, sagte der Präsident. Die Ausgabenkürzungen im Bildungsbereich seien daher notwendig, aber „geringer als vorhergesagt“.