CDU-Video: Deutsche YouTuber stellen sich hinter Rezo

Nach seinem viel diskutierten Anti-CDU-Video bekommt der deutsche YouTuber Rezo viel Unterstützung aus der deutschsprachigen YouTuber-Szene. Auf dem Kanal des 26-Jährigen tauchte heute ein knapp dreiminütiges neues Video auf. Der Clip beginnt mit einer Ankündigung von Rezo: „Dies ist ein offener Brief, ein Statement.“ Im Anschluss kommen nacheinander rund 30 andere YouTuberinnen und YouTuber zu Wort, die eine Erklärung verlesen, die auch als Text unter dem Video zu sehen ist.

Darin heißt es unter anderem: „Wählt nicht die CDU/CSU, wählt nicht die SPD. Wählt auch keine andere Partei, die so wenig im Sinne von Logik und der Wissenschaft handelt und nach dem wissenschaftlichen Konsens mit ihrem Kurs unsere Zukunft zerstört. Und wählt schon gar nicht die AfD, die diesen Konsens sogar leugnet.“ Angehängt ist eine „Liste von Unterzeichnern“. Darin tauchen einige der reichweitenstärksten YouTuber auf, wie Julien Bam, Dagi Bee und LeFloid.

Kramp-Karrenbauer: CDU brauchte zu lange für Reaktion

In der Debatte über das ursprüngliche CDU-Video des YouTubers räumte Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer unterdessen Fehler ein. „Ich gebe zu, dass wir zu lange gebraucht haben, um darauf zu reagieren“, sagte Kramp-Karrenbauer dem „Focus“ (Onlineausgabe). Aber es sei manchmal besser, „noch einmal Luft zu holen und sich zu fragen: Welcher Ton und welcher Stil entsprechen der Verantwortung der Volkspartei CDU?“

Rezo, der sonst eher unpolitische Videos macht, hatte den Clip mit dem Titel „Die Zerstörung der CDU“ am Samstag veröffentlicht – gut eine Woche vor der Europawahl. In dem fast einstündigen Film attackiert er CDU und CSU, aber auch SPD und AfD. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak lud Rezo am Donnerstag zu einem Gespräch ein. „Lieber @rezomusik, lass uns miteinander reden“, schrieb er via Twitter. Zu dem Zeitpunkt war das Video bereits über fünf Millionen Mal angeklickt worden.

Kramp-Karrenbauer mahnte aber auch eine Mäßigung in der Debatte an. „Wir müssen einander in der Demokratie nicht ‚zerstören‘, sondern verschiedene Interessen ausgleichen und politische Kompromisse schließen, die von einer Mehrheit der Menschen akzeptiert werden“, sagte sie.