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Beyond Meat
Beyond Meat

Kunstfleischproduzent als Börsenliebling

Die für vegane Burger bekannte US-Lebensmittelfirma Beyond Meat hat Anleger mit ihrem ersten Geschäftsbericht nach dem furiosen Börsengang vor einem Monat erfreut. Im ersten Quartal stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 215 Prozent auf 40,2 Millionen Dollar (35,6 Mio. Euro), wie das Unternehmen am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte.

Aber der Verlust nahm von 5,7 Millionen auf 6,6 Millionen Dollar zu. Dennoch kamen die Zahlen auf dem Markt sehr gut an. Die Aktie legte nachbörslich zeitweise um fast 20 Prozent zu. Beyond Meat stellt Fleischalternativen auf pflanzlicher Basis her und hat vor allem mit veganen Burgern einen Hype ausgelöst.

Das Unternehmen ging Anfang Mai in New York an die Börse, dabei gelang eine der erfolgreichsten Premieren seit Jahren. Der Ansturm auf die Aktien riss bisher nicht ab, der Kurs lag zuletzt mehr als 300 Prozent über dem Ausgabepreis.

Beyond-Meat-Produkte
Reuters/Mike Blake
Beyond Meat will auch nach Europa expandieren

Börsenwert von über 5,7 Milliarden

Beyond Meat, das von Prominenten wie Microsoft-Mitgründer Bill Gates und Hollywood-Star Leonardo DiCaprio als Investoren unterstützt wird, hatte beim Börsengang rund 240 Millionen Dollar erlöst und war dabei insgesamt mit knapp 1,5 Milliarden Dollar (1,3 Mrd. Euro) bewertet worden.

Beyond-Meat-Mitarbeiter jubeln  zum Börsegang
AP/Mark Lennihan
Die Beyond-Meat-Mannschaft bei der Eröffnungsglocke zum Börsengang am 2. Mai in der New Yorker Börse. In der Mitte mit Firmenlogo-T-Shirt Beyond-Meat-Chef Ethan Brown.

Inzwischen hat die Firma einen Börsenwert von über 5,7 Milliarden Dollar (fünf Mrd. Euro) erreicht. Für das laufende Geschäftsjahr zeigte sich die 2009 in Kalifornien gegründete Firma zuversichtlich und stellte Erlöse in Höhe von 210 Millionen Dollar in Aussicht.

„Blutiger“ Effekt dankt roter Rüben

Beyond Meat ist nach eigener Darstellung überzeugt, dass weniger Fleisch letztlich dabei helfen werde, Bedenken rund um „menschliche Gesundheit, Klimawandel, Ressourcenerhalt und Tierwohl“ zu begegnen. Das Unternehmen strebt danach, die Alternativen hinsichtlich Geschmack, Aussehen, Geruch und Konsistenz nahe an das Original aus Fleisch zu bringen. Eingesetzt werden etwa Erbsen, Bohnen und Soja, rote Rüben bringen den „blutigen“ Effekt.

Auch Europa soll erobert werden

Beyond Meat will auch den europäischen Markt erobern und hat dafür eine Partnerschaft mit dem niederländischen Fleischlieferanten Zandbergen ausgeweitet, wie das US-Unternehmen Ende Mai mitteilte. In Österreich ist Beyond Meat beim Großhändler Metro erhältlich.

Am Firmensitz von Zandbergen in Zoeterwoude soll eine neue Produktionsstätte errichtet werden, die die erste von Beyond Meat außerhalb der USA wäre. Sie soll im ersten Quartal 2020 fertiggestellt sein. Bisher exportiert Beyond Meat seine Produkte nach Europa und vertreibt diese über Zandbergen.

Auch in US-Fast-Food-Ketten vertreten

In den USA boomt das Geschäft mit solchen veganen Burgern. Dort werden Produkte von Beyond Meat etwa von den Fast-Food-Ketten Carl’s und Del Taco genutzt und in Supermärkten verkauft. Die Kette Burger King setzt auf die Laibchen des Konkurrenten Impossible Food.

Die Analysten der US-Bank JPMorgan bezeichneten die Wachstumsaussichten des Unternehmens in einer Studie als „außergewöhnlich“. Ihrer Ansicht nach wird der gesamte Markt für Fleischprodukte auf Pflanzenbasis in 15 Jahren auf 100 Mrd. Dollar (89 Mrd. Euro) steigen, das wäre bis zu 100-mal größer als bisher. Der Umsatz von Beyond Meat könne dann fünf Mrd. Dollar übertreffen nach 88 Mio. Dollar (78 Mio. Euro) 2018, so die Analysten.

Kunstfleisch könnte dominant werden

Auch die Experten der Unternehmensberatung A.T. Kearney rechnen damit, dass sich die Lebensmittelbranche verändert. „Wir stehen vor nichts weniger als dem Ende der Fleischproduktion, wie wir sie kennen“, sagte Carsten Gerhardt, Partner und Landwirtschaftsexperte bei A.T. Kearney. „Bereits 2040 werden nur 40 Prozent der konsumierten Fleischprodukte von Tieren stammen.“

Zwar gehen die Experten weltweit insgesamt von einem weiterhin wachsenden Fleischmarkt aus. Sie erwarten aber, dass neue Fleischalternativen und kultiviertes Fleisch aus dem Labor gewöhnliches Fleisch verdrängen werden und ihr Marktanteil bis 2030 auf 28 Prozent des gesamten Fleischmarkts wachsen wird. Zehn Jahre später könne der Anteil sogar 60 Prozent betragen.