Sudan: Ex-Präsident Baschir vor Gericht

Gut zwei Monate nach seinem Sturz ist der langjährige sudanesische Machthaber Omar al-Baschir heute in die Staatsanwaltschaft zitiert worden. Der Ex-Präsident sei darüber informiert worden, dass ihm der „Besitz ausländischer Währungen, Korruption und die unerlaubte Annahme von Geschenken“ zur Last gelegt würden, sagte Staatsanwalt Alaeddin Dafallah.

Sudans Ex-Machthaber Omar al-Baschir
Reuters/Umit Bektas

Bashir wurde unter strengen Sicherheitsvorkehrungen aus dem Gefängnis in das Gebäude der Staatsanwaltschaft gebracht. Mehrere Militärfahrzeuge und bewaffnete Sicherheitskräfte begleiteten den früheren Staatschef. Es war sein erster öffentlicher Auftritt seit seiner Entmachtung.

113 Millionen Dollar beschlagnahmt

Baschir war am 11. April nach monatelangen Massenprotesten von der Armee gestürzt und inhaftiert worden. Im seinem Anwesen wurde nach Angaben des Militärs Bargeld in Höhe von mehr als 113 Millionen Dollar (100 Millionen Euro) in drei verschiedenen Währungen beschlagnahmt.

Baschir war bereits im Mai der „Anstiftung zur und Beteiligung an der Ermordung von Demonstranten“ beschuldigt worden. Im vergangenen Monat hatte die Staatsanwaltschaft zudem eine Befragung Baschirs zu Geldwäschevorwürfen und zu „Terror-Finanzierung“ angeordnet. Der Sudan zählt zu den korruptesten Ländern der Welt. In der Rangliste der Organisation Transparency International liegt das Land auf Platz 172 von 180.