Holzboot am See
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Bis zu 38 Grad

Der große Kampf gegen die Hitze

Nach der Kaltfront am Wochenende zeigt sich der Sommer nun mit viel Sonnenschein wieder von seiner schönsten Seite. Bis zum Ende der Woche werden Temperaturen bis zu 38 Grad erwartet. Doch die Hitzewelle bringt viele an ihre Grenzen und stellt vor allem für ältere Menschen eine Belastung dar.

Während am Montag Sonne und Wind einander noch abwechseln, kehrt die Hitze am Dienstag in ganz Österreich zurück. Laut ORF-Wetterredaktion erreichen die Temperaturen bis zu 35 Grad. Der Mittwoch könnte mit 38 Grad der heißeste Tag des Jahres in Tirol werden. Der landesweite Höhepunkt der Hitzewelle wird voraussichtlich am Donnerstag erreicht, wenn gleich an mehreren Wetterstationen des Landes 35 Grad und mehr gemessen werden könnten.

Eine kurze Verschnaufpause gibt es Freitag und Samstag. An beiden Tag wird es zwar nicht mehr ganz so heiß sein, die Temperaturen schwanken aber nach wie vor zwischen 25 und 33 Grad. Am Sonntag ist die Hitze jedoch schon wieder in vollem Ausmaß zurück: Bis zu 36 Grad soll es etwa einmal mehr in Tirol geben.

Anssturm auf Eisstand in Wien
ORF.at/Christian Öser
Bis zu 38 Grad und Sonne: Eiswetter nicht nur am Badesee, sondern auch in den Städten

Österreichs Sommer zunehmend heißer

Bereits vergangene Woche stand nahezu fest, dass der Juni 2019 der wärmste Juni seit Messbeginn der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) im Jahr 1767 wird. Und auch wenn für den weiteren Verlauf des Sommers noch keine seriöse Prognose möglich ist, ist eines bereits jetzt auf jeden Fall sicher: Die Sommer in Österreich werden heißer.

Hitzewelle

Von einer Hitzewelle wird gesprochen, wenn die Temperaturen an zumindest drei aufeinanderfolgenden Tagen auf über 30 Grad steigen.

Unter den 20 wärmsten Sommern der über 250-jährigen Messgeschichte liegen zwölf Sommer der 2000er Jahre. Durch den extrem warmen Juni 2019 ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich auch der Sommer 2019 in dieser Rangliste weit vorne einreihen wird. Die hohen Temperaturen würden oft zur gesundheitlichen Belastungsprobe, so Christian Hartl vom Roten Kreuz Oberösterreich: Ältere Personen schwitzen weniger als jüngere Menschen. Daher wird ihre Körpertemperatur nicht ausreichend reguliert" – mehr dazu in ooe.ORF.at.

Viele Herzinfarkte und Schlaganfälle

Bei einer Hitzewelle sei immer mehr zu tun als sonst, sagt Notarzt Roland Baumgartner: „In diesen Tagen gibt es viele Einsätze aufgrund der Austrocknung und Elektrolyt-Entgleisungen – also Herzinfarkte und Schlaganfälle. Außerdem gibt es durch die wahrscheinlich auftretenden Konzentrationsstörungen viele Unfälle und Sturzgeschehen.“

Hitzewelle rollt auf Österreich zu

Die Temperaturen befinden sich diese Woche im Westen Österreichs knapp unter der 40-Grad-Marke – Grund für die heißen Luftmassen ist eine kräftige Südströmung an der Vorderseite eines Tiefdruckgebiets.

Insbesondere gefährdet seien kleine Kinder und ältere Erwachsene, bei denen das Durstgefühl in vielen Fällen etwas reduziert sei. Es komme dazu, dass der Körper viel zu wenig Wasser in sich habe und das mit Schwindel bis zur Ohnmacht einhergehe, so der Notrarzt – mehr dazu in kaernten.ORF.at.

Junge Frauen im Sommer am Donauufer
ORF.at/Zita Klimek
Viele Wienerinnen und Wiener suchen dieser Tage auf der Donauinsel Erfrischung

Trinken, trinken, trinken

Der Körper versucht seine Temperatur durch verstärkte Schweißproduktion zu senken. Durch das starke Schwitzen gehen Flüssigkeit, Mineralstoffe und Spurenelemente verloren. Um für Abkühlung zu sorgen, weiten sich zudem die Blutgefäße der Haut. Dadurch sinkt der Blutdruck, der Kreislauf wird geschwächt. Bei starker Hitze kann das dazu führen, dass das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird – dann stellen sich Schwindel, Kopfschmerzen, Mattigkeit und Konzentrationsstörungen ein.

Die erste Empfehlung lautet daher: ausreichend trinken. Pro Tag, so schreibt das Gesundheitsministerium in seinem Hitzeschutzplan, „mindestens 1,5 bis drei Liter“. Die Getränke sollte man dabei sichtbar bereitstellen – und nicht erst trinken, wenn man Durst verspürt. Als Durstlöscher eignen sich Mineralwasser, kalter Kräuter- und Früchtetee sowie verdünnte Obst- und Gemüsesäfte.

Zuckerreiche Limonaden verursachen hingegen noch mehr Durst. Und auch von Alkohol sollte man die Finger lassen – er weitet die Gefäße und belastet somit das Herz noch mehr. Beim Essen gilt: keine schwere und fette Kost, sondern besser kleine und leichte Mahlzeiten mit viel Obst und Gemüse.

Richtiges Lüften und Abdunkeln

Eine erträgliche Raumtemperatur hingegen erreicht man durch richtiges Lüften und Abdunkeln. In der Früh, am Abend und in der Nacht sind die optimalen Zeiten zum Lüften – dabei empfiehlt es sich, das Fenster aber nicht nur zu kippen, sondern gleich ganz aufzumachen. Tagsüber sollten die Räume abgedunkelt werden – am besten mit einem Sonnenschutz, der außerhalb der Fenster angebracht ist.

Blick über Weyregg und den Attersee
ORF.at/Roland Winkler
Wer kein Gewässer wie den Attersee vor seiner Haustür hat, dem sei zu einer kühlen, nicht aber zu einer kalten Dusche geraten

Denn Innenrollos und Vorhänge können die Sonnenstrahlen erst abschirmen, wenn sie bereits in den Raum eingedrungen sind. Sie sollten zumindest helle oder metallbeschichtete Außenflächen haben, um die Strahlung möglichst gut zu reflektieren. Und: Wer die Innenräume verlässt und sich hinaus in die Sonne begibt, sollte niemals auf die Sonnencreme vergessen. Diese sollte eine halbe Stunde vor dem Gang in die Sonne aufgetragen und regelmäßig erneuert werden.

Weitere Linderung

Manchmal hilft es auch, einfach, Hände, Nacken und Gesicht hin und wieder mit kaltem Wasser zu waschen. Wer sich lieber gleich ganz in die Dusche stellt, sollte darauf achten, die Temperatur nicht zu kalt einzustellen – Experten und Expertinnen empfehlen an Tagen wie diesen zwar eine kühle, nicht aber eine kalte Dusche. Hilfreich ist auch ein vor einem Ventilator platzierter Wäscheständer mit nassen Tüchern.