Sudan: Offenbar Einigung auf Übergangsregierung

Im Sudan haben sich der regierende Militärrat und die Anführer der Protestbewegung offenbar auf Bedingungen für eine gemeinsame Übergangsregierung geeinigt. Die Generäle und die Allianz für die Freiheit und den Wechsel (ALC) hätten sich auf einen „obersten Rat“ unter „wechselnder“ Führung während einer dreijährigen Übergangszeit geeinigt, sagte der Vermittler der Afrikanischen Union, Mohamed el-Hacen Lebatt, auf einer Pressekonferenz.

Die Verhandlungen waren nach einer mehrwöchigen Unterbrechung erst am Mittwoch wiederaufgenommen worden. Die AU und Äthiopien hatten die Konfliktparteien zur Wiederaufnahme der Gespräche aufgerufen.

Die Verhandlungen zwischen der Armee und der Protestbewegung waren im Mai zum Erliegen gekommen. Die Spannungen waren nach der gewaltsamen Auflösung eines Protestlagers vor dem Armeehauptquartier in Khartum Anfang Juni eskaliert. Die Protestbewegung hatte jüngst den Druck auf die Armee wieder erhöht. Am Sonntag gingen Zehntausende Demonstranten in mehreren Städten auf die Straße.

In dem nordostafrikanischen Staat hatte nach dem Sturz des langjährigen Staatschefs Omar al-Baschir infolge monatelanger Massenproteste im April ein Militärrat die Führung übernommen.