Herausgeber Brandstätter verlässt „Kurier“

Herausgeber Helmut Brandstätter verlässt den „Kurier“ aus freien Stücken. Das teilte die Zeitung gestern per Aussendung mit. Der frühere TV-Journalist war bereits seit vergangenem Jahr nicht mehr Chefredakteur der Zeitung. Brandstätter wird seit Längerem mit einer Kandidatur für NEOS in Verbindung gebracht. Er kündigte für morgen eine entsprechende Entscheidung an.

„Wildcard“ für Quereinsteiger?

Morgen wird der erfahrene Journalist sein Buch „Kurz & Kickl – Ihr Spiel mit Macht und Angst“ präsentieren, in dem er sich kritisch mit der gescheiterten ÖVP-FPÖ-Regierung auseinandersetzt. Am selben Tag ist bei NEOS eine Vorstandssitzung angesetzt, bei der die Partei entscheidet, ob sie eine „Wildcard“ für einen Quereinsteiger auf der Bundesliste vergibt. Brandstätter gilt als klarer Favorit.

Beim „Kurier“ bekleidete Brandstätter, der davor unter anderem für den ORF und Puls 4 gearbeitet hatte, von 2010 bis 2018 die Position des Chefredakteurs, ab 2013 war er auch Herausgeber. Dabei habe er einen entscheidenden Beitrag zur Qualitätssteigerung des Mediums geleistet, sagte der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Erwin Hameseder, in der Aussendung.

Dass er die Reichweite des „Kurier“ auf einem herausfordernden Medienmarkt habe stabil halten können, sieht Thomas Kralinger, Geschäftsführer des „Kurier“-Medienhauses, als Verdienst Brandstätters. Dieser kündigte in der Aussendung an, am Donnerstag bekanntzugeben, ob er in der Welt der Medien bleibe oder in die Politik wechsle. In jedem Fall werde er für einen starken, kritischen und unabhängigen Journalismus kämpfen, den Österreich dringend brauche.

Trennung zeichnete sich ab

Die Trennung zwischen „Kurier“ und Brandstätter hatte sich schon länger abgezeichnet. Erst zuletzt war bekanntgeworden, dass der Herausgeber keine Artikel mehr schreiben soll, bis die Entscheidung über eine Kandidatur bei der Nationalratswahl gefallen ist.