Sarif verlacht „wirkungslose“ US-Sanktionen

Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif hat die von der US-Regierung gegen ihn verhängten Sanktionen als „wirkungslos“ bezeichnet. Er und seine Familie hätten keinerlei Besitz außerhalb des Iran, so der Minister gestern über Twitter.

„Danke, dass Sie mich als so eine große Bedrohung Ihrer Agenda wahrnehmen“, schrieb er in offenkundig sarkastischem Tonfall. Die Begründung der US-Regierung für die Sanktionen sei, dass er der wichtigste Sprecher des Iran auf der Weltbühne sei. „Ist die Wahrheit wirklich so schmerzhaft?“, fragte er auf Twitter.

„Gipfel der Dummheit“

Außenamtssprecher Abbas Mussawi sprach vom „Gipfel der Dummheit“: „Die Amerikaner haben einfach nur Angst vor Sarifs diplomatischen Fähigkeiten“, so Mussawi heute. Durch die Maßnahmen wird mögliches Vermögen Sarifs in den USA eingefroren, außerdem dürfen US-Bürgerinnen und US-Bürger fortan keine Geschäfte mit ihm machen.

Auch der außenpolitische Berater von Präsident Hassan Rouhani verurteilte die US-Entscheidung. „Dieser Akt der Verzweiflung ist eine weitere peinliche Niederlage für die amerikanische Diplomatie, denn jetzt wird Sarifs Stimme im In- und Ausland lauter denn je“, twitterte Diako Hossaini.

Die neuen Sanktionen gegen den als moderat geltenden Außenminister dürften die Spannungen zwischen den beiden Ländern weiter verschärfen. Die USA waren im Mai 2018 einseitig aus dem Atomdeal ausgestiegen. Mit harten Sanktionen gegen den iranischen Öl- und Bankensektor wollen sie die Führung in Teheran seitdem dazu zwingen, einem neuen Atomabkommen mit härteren Auflagen zuzustimmen. Der Ölsektor ist die Haupteinnahmequelle des Landes. Das Atomabkommen soll die Islamische Republik davon abhalten, Nuklearwaffen zu entwickeln.