Demonstranten in Hongkong blockierten Berufsverkehr

Mitten im Berufsverkehr haben Demokratieaktivisten in Hongkong mit Protestaktionen auf U-Bahnhöfen Chaos ausgelöst. In Schwarz gekleidete Demonstranten hielten heute U-Bahnen von der Weiterfahrt ab und sorgten so für erhebliche Verspätungen. Die Protestbewegung rief zudem zu einem neuen Generalstreik auf.

Für den Nachmittag kündigten prodemokratische Studenten eine Demonstration an. An den Universitäten in der chinesischen Sonderverwaltungszone soll heute der Unterricht nach der Sommerpause wieder beginnen. In der Protestbewegung engagierte Studenten planen jedoch einen zweiwöchigen Uniboykott.

Eskalation am Wochenende

In Hongkong gibt es seit drei Monaten Massenproteste für mehr Demokratie und gegen eine wachsende Einflussnahme Pekings. Die Demonstranten fürchten eine zunehmende Beschneidung ihrer im Vergleich zu Festland-China größeren bürgerlichen Freiheiten.

Die neue Protestaktion auf den U-Bahnhöfen folgte auf ein von schweren Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten geprägtes Wochenende. Am Samstag war eine Kundgebung eskaliert, als einige Demonstranten auf einer Hauptverkehrsstraße nahe dem Hongkonger Polizeihauptquartier eine Barrikade in Brand setzten.

Die Polizei setzte Tränengas, Schlagstöcke und Wasserwerfer mit blauer Farbe gegen die Demonstranten ein. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte eine Untersuchung der Polizeigewalt.

Airline Cathay Pacific warnt Mitarbeiter

Gestern blockierten Aktivisten erneut mehrere Verkehrsverbindungen zum Flughafen. Mindestens ein Dutzend Flüge wurden gestrichen. Mit Blick auf den Aufruf der Protestbewegung zu einem neuen Generalstreik warnte die Hongkonger Airline Cathay Pacific ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter davor, ihre Arbeit niederzulegen.

Ein Generalstreik am 5. August, bei dem das Leben in der ansonsten sehr geschäftigen Metropole nahezu stillstand, war von der Gewerkschaft der Flugbegleiter und Flugbegleiterinnen unterstützt worden. Cathay Pacific hat seither mindestens vier Mitarbeiter gekündigt, die die Protestbewegung unterstützten.