Trump: Fünf mögliche Nachfolger für Bolton-Nachfolge

Nach dem Rauswurf des Hardliners John Bolton muss sich US-Präsident Donald Trump einen neuen Nationalen Sicherheitsberater suchen – den vierten in seiner Amtszeit. Trump sagte gestern, es gebe fünf Bewerber für den Posten, die den Job sehr gerne hätten und die er für sehr qualifiziert halte. Namen nannte er nicht.

Zu Bolton sagte Trump, dieser habe „einige sehr schwere Fehler“ gemacht – etwa als er ein „libysches Modell“ zur nuklearen Abrüstung für Nordkorea vorgeschlagen habe. Der libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi hatte 2003 unter internationalem Druck zugestimmt, sein Programm für Massenvernichtungswaffen aufzugeben. Wenige Jahre später wurde Gaddafi entmachtet und getötet.

Trump: Vorstoß wäre für Nordkorea „Katastrophe“ gewesen

Trump sagte, Boltons Vorstoß – den Nordkorea empört zurückgewiesen hatte – sei „eine Katastrophe“ gewesen. „Schauen Sie, was mit Gaddafi passiert ist.“ Trump bemüht sich um ein gutes Verhältnis mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un, den er inzwischen dreimal getroffen hat und den er als seinen „Freund“ bezeichnet. Trumps Bemühungen haben allerdings bisher nicht zum Ziel einer nuklearen Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel geführt.

US-Medien berichteten, unter den möglichen Kandidaten für die Bolton-Nachfolge sei der derzeitige US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell. Trump hatte Bolton überraschend wegen inhaltlicher Meinungsverschiedenheiten gefeuert. US-Außenminister Mike Pompeo machte anschließend deutlich, dass Personalwechsel keine grundlegende Änderung von Trumps Außenpolitik bedeuteten.