Sahelzone will Solarstrom für 60 Mio. Menschen erzeugen

Mehrere Länder aus der Sahelzone wollen bis 2030 Solaranlagen errichten, die 60 Millionen Menschen in der Region mit Strom versorgen. Damit reagierten sie auf „den schwachen Zugang ihrer Bevölkerung zur Elektrizität“ und die große Abhängigkeit von fossilen Energieträgern trotz großen Sonnenenergiepotenzials, erklärten Mauretanien, Mali, Niger, Burkina Faso und Tschad gestern.

Die in der Gruppe G-5 zusammengeschlossenen Staaten gehören zu den ärmsten Ländern der Welt. Das Vorhaben, ab 2030 Strom im Umfang von 1.100 Megawatt mithilfe von Solaranlagen zu produzieren, wurde von der Afrikanischen Entwicklungsbank in Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso, vorgestellt. Zu den Gesamtkosten wurden keine Angaben gemacht, die Entwicklungsbank übernimmt 20 Millionen der 140 Millionen Dollar (127 Millionen Euro), die das Prüfverfahren für das Projekt kosten soll.

„Wie das Blut im Körper“

Der Präsident der Afrikanischen Entwicklungsbank, Akinwumi Adesina, erklärte zu dem Vorhaben: Energie sei für Volkswirtschaften „wie das Blut im Körper. Wenn es kein Blut gibt, gibt es kein Leben.“ Burkina Fasos Staatschef Roch Marc Christian Kabore erklärte, bisher sei das Energiedefizit für die Sahelländer „eine Bremse für die Entwicklung“. Er setze auf internationale Unterstützung des Projekts und habe darüber Ende August beim G-7-Gipfel in Biarritz bereits mit den Regierungschefs von Indien und Japan, Narendra Modi und Shinzo Abe, gesprochen.