Untersuchung wegen möglicher Risse an Boeing-Jets

Der Luftfahrtriese Boeing hat erneut Probleme mit einem wichtigen Flugzeugmodell. Die US-Aufsicht FAA ordnete gestern an, dass einige Betreiber Boeing-Jets vom Typ 737 NG innerhalb von sieben Tagen auf Risse überprüfen. Der Hersteller habe das Problem selbst entdeckt und die Behörde darüber informiert.

Boeing teilte in einer Stellungnahme mit, seine Kunden aktiv bei den Untersuchungen zu unterstützen: „Sicherheit und Qualität sind unsere oberste Priorität.“ Die 737 NG ist das Vorgängermodell des 737 Max, der Mitte März nach zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten fast weltweit mit Startverboten belegt wurde.

Ethikbeschwerde von Ingenieur

Boeing ist laut einem Zeitungsbericht zudem mit einer Ethikbeschwerde eines ranghohen Ingenieurs wegen Risiken am Krisenjet 737 Max konfrontiert. Der Mitarbeiter beschuldige den US-Luftfahrtkonzern, bei der Entwicklung des Flugzeugtyps aus Kostengründen auf ein bestimmtes Sicherheitssystem verzichtet zu haben, so die „New York Times“ gestern. Die Ethikbeschwerde, die der Zeitung vorliege, sei nach den 737-Max-Abstürzen eingereicht worden. Boeing wollte dazu nichts sagen.

Der Flugzeughersteller steht nach den Abstürzen schwer in der Kritik und im Verdacht, die 737 Max im scharfen Wettbewerb mit dem europäischen Erzrivalen Airbus überstürzt auf den Markt gebracht und Sicherheitsrisiken vernachlässigt zu haben. Der Konzern weist das zurück.