Ecuador: Ölpipeline wegen Protesten außer Betrieb

Angesichts der sozialen Unruhen in Ecuador ist die wichtigste Erdölpipeline des Landes vorübergehend außer Betrieb genommen worden. Das Energieministerium begründete das gestern mit der Besetzung mehrerer Förderanlagen im Amazonas-Gebiet durch Demonstranten.

Weil kaum noch Öl komme, werde der Betrieb des „Trans-Equatorian Oil Pipeline“-Systems, durch das normalerweise knapp 70 Prozent des in dem Land geförderten Erdöls gepumpt werden, vorübergehend ausgesetzt. In dem südamerikanischen Land gibt es seit Tagen soziale Unruhen, die sich an stark gestiegenen Treibstoffpreisen entzündeten.

Ein Toter, 70 Verletzte

Bei den Protesten gab es laut offiziellen Angaben bisher einen Toten und mehr als 70 Verletzte. Hunderte Demonstranten und Demonstrantinnen wurden festgenommen. An den Protesten beteiligen sich auch Tausende Indigene.

Demonstrationen gegen den Präsident von Ecuador, Lenin Moreno in Quito
AP/Carlos Noriega

Staatschef Lenin Moreno sagte gestern, er rechne damit, dass die Krise „sehr schnell“ beigelegt werden könne. Die Demonstrierenden geben Moreno die Schuld am Anstieg der Treibstoffpreise, da er im März ein Abkommen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) abgeschlossen hat. Ecuador sicherte sich damit milliardenschwere IWF-Kredite. Im Gegenzug wurde Morenos Regierung zur Auflage gemacht, die staatlichen Subventionen für Kraftstoff zu senken.