Gurlitt-Sammlung: Manet nach Tokio verkauft

Ein prominentes Werk aus der Sammlung Gurlitt wechselt von der Schweiz nach Japan. Das vom französischen Maler Edouard Manet aus dem Jahr 1873 stammende Gemälde „Marine Temps d’orage“ (Zwei Segelboote auf stürmischer See) wechselt um umgerechnet 3,6 Millionen Euro vom Kunstmuseum Bern zum National Museum of Western Art in Tokio, wie gestern unter anderem das Schweizer Fernsehen SRF berichtete.

Der Schritt sei zumindest für die Schweizer Museumslandschaft beispiellos, zitiert dazu die „Basler Zeitung“ die Direktorin des Berner Museums, Nina Zimmer. Hintergrund des Verkaufs seien die großen Ausgaben „beim Umgang mit dem Gurlitt-Nachlass, die man kaum bezahlen kann als kleines Museum“. Neben Rechtsstreitigkeiten und Provenienzforschung stünden laut SRF auch zwei aufeinanderfolgenden Ausstellungen in den Jahren 2017 und 2018 hinter den roten Zahlen.

Der „Basler Zeitung“ zufolge handelt es sich um den ersten Verkauf aus der rund 1.500 Objekte umfassenden Sammlung von Hildebrand Gurlitt, die sein Sohn Cornelius 2014 dem Kunstmuseum Bern als Alleinerbe vermacht hat. Der Verkauf des Manets nach Japan erscheine dabei „insofern als sinnvoll“, da das Bild bis 1942 dem japanischen Industriellen Köjiro Matsukata gehörte. Das dann an den für die Nationalsozialisten tätigen Kunsthändler Gurlitt verkaufte Bild sei von den Provenienzforschern zudem als „grün“ eingestuft worden, „was heißt, dass es sich mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht um Raubkunst handelt“.