Zehntausende gedenken Studentenaufstands in Griechenland

Zehntausende Menschen haben in Griechenland mit Kundgebungen an den 46. Jahrestag des Studentenaufstands gegen die einstige griechische Militärdiktatur erinnert. In Athen zogen gestern nach Polizeischätzung mehr als 20.000 Menschen durch das Stadtzentrum. An den Kundgebungen nahm auch der frühere linke griechische Regierungschef Alexis Tsipras teil, wie Fernsehaufnahmen zeigten.

Der frühere linke griechische Regierungschef Alexis Tsipras
AP/InTime News/Panayiotis Tzamaros

Auch in anderen Städten des Landes gingen Tausende überwiegend junge Menschen auf die Straßen. Aus Angst vor Ausschreitungen hatte die Polizei allein in Athen mehr als 5.000 Polizisten und Polizistinnen mobilisiert. Die Demonstrationen verliefen friedlich, teilte die Polizei mit.

Demonstration in Athen
Reuters/Costas Baltas

Der Studentenaufstand von 1973 gilt in Griechenland als der Höhepunkt des Widerstandes gegen die Obristenjunta (1967 bis 1974). Am 17. November verschanzten sich Studierende im Athener Polytechnikum. Mit einem selbst gebastelten Radiosender riefen sie die Menschen zum Aufstand gegen die Diktatur auf.

In der Folge griff das Militär mit Gewalt ein – ein Panzer durchbrach den Eingang des Polytechnikums, der Aufstand wurde blutig niedergeschlagen, es gab Tote und Verletzte. Die Junta der Obristen stürzte acht Monate später im Juli 1974.