Berners-Lee stellt Vertrag gegen Missbrauch des Internets vor

Der gern als Vater des Internets bezeichnete britische Physiker Tim Berners-Lee hat einen „Vertrag“ gegen den Missbrauch des weltweiten Netzes vorgestellt. „Wenn wir jetzt nicht handeln, gemeinsam handeln, um das Netz vor jenen zu schützen, die ausbeuten, spalten und untergraben, dann riskieren wir, sein Potenzial für das Gute zu vergeben“, sagte Berners-Lee heute.

Der „Vertrag für das Internet“ sei ein „Fahrplan für den Aufbau eines besseren Internets“. Berners-Lee stellte den „Vertrag“ zu Beginn des Internet Governance Forums der Vereinten Nationen in Berlin vor. Er rief die Regierungen auf, Gesetze und Regeln zu schärfen, und forderte von Unternehmen, das Streben nach Gewinn nicht auf Kosten von Menschenrechten und Demokratie durchzusetzen.

Berners-Lee: Digitale Rechte einfordern

Die Bürgerinnen und Bürger müssten diejenigen an der Macht zur Verantwortung ziehen, sie müssten ihre digitalen Rechte einfordern und dabei helfen, online eine „gesunde Diskussion“ zu pflegen.

Mehr als 150 Organisationen, darunter Konzerne wie Google, Microsoft und Facebook und Gruppen wie Reporter ohne Grenzen, unterstützen den „Vertrag für das Internet“. Auch Deutschland und Frankreich stehen dahinter.

Deutschland ist erstmals Ausrichter des Forums, das von heute bis Freitag in Berlin stattfindet. Erwartet werden rund 5.000 Gäste aus mehr als 160 Ländern, darunter neben der deutschen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auch UNO-Generalsekretär Antonio Guterres und zahlreiche ausländische Staatsgäste.