Hände halten PS4-Controller
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25 Jahre PlayStation

Siegeszug nach Firmenschmach

Vor 25 Jahren ist mit Sonys PlayStation die bisher erfolgreichste Spielekonsolenmarke in Japan erstmals auf den Markt gekommen. Eigentlich als Laufwerk für den damaligen Konsolenmarktführer Nintendo entwickelt, konnte sich die PlayStation nach einem veritablen Streit mit aggressiver Preispolitik durchsetzen. Dass die Spiele relativ einfach kopierbar waren, half auch.

Ursprünglich hatte Sony nicht geplant, eine komplett eigene Spielekonsole auf den Markt zu bringen. Vielmehr lief seit Ende der 1980er Jahre ein Projekt mit Nintendo, um ein CD-ROM-Laufwerk für Daten-CDs als Add-on für Nintendos Super Nintendo Entertainment System (SNES) zu entwickeln. Im Rahmen dieser Kooperation arbeitete Sony auch an einer SNES-kompatiblen Konsole namens „Play Station“.

Nintendo hatte allerdings auch einen Deal mit Philips über die Entwicklung eines externen Laufwerks abgeschlossen und kündigte die Partnerschaft mit Sony überraschend auf – einen Tag, nachdem Sony die „Play Station“ der Öffentlichkeit präsentiert hatte. Sony-Chef Norio Ohga war ob der Demütigung so wütend, dass er dem später als „Vater der PlayStation“ bekannten Ken Kutaragi den Auftrag gab, eine komplett eigene Konsole zur Marktreife zu bringen.

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Sony Playstation-Konsole
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Die erste PlayStation kam noch in schlichtem Grau daher
Präsentation der Sony PlayStation 4 Pro
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Die PlayStation 4 bekam schon ein deutlich schnittigeres Design
Sega-Saturn-Konsole
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Gegen die agressive Preispolitik Sonys hatte Sega mit dem Saturn wenig Chancen
„Nintendo 64“-Konsole
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Nintendos N64 konnte sich gegen die PlayStation ebenfalls nicht durchsetzen
Ein Mann testet die „Nintendo 64“- Playstation
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Nintendos N64 verkaufte sich von 1996 bis 2002 weltweit rund 33 Millionen Mal
Bill Gates präsentiert die erste X-Box-Konsole
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2001 drängte mit Microsofts Xbox ein weiterer Mitbewerber auf den Konsolenmarkt
PlayStation Vita
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Mit seinen mobilen Konsolen hatte Sony gegen Nintendo keine Chance
Nintendo Wii-Konsole
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Mit der Wii hatte Nintendo bei den Heimkonsolen wieder Erfolg
Person mit PlayStation-VR-Controller
Reuters/Benoit Tessier
Von Nintendo erfunden, von allen nachgeahmt: Bewegungssteuerung für Konsolenspiele

Partnerschaft endete vor Gericht

Hintergrund des Deals mit Philips waren die Konditionen des Vertrags mit Sony, wonach Nintendo nur bedingt Lizenzgebühren aus dem gemeinsamen Projekt bekommen sollte. Vor Gericht wollte Nintendo nach dem Platzen die Einstellung der kommenden Sony-Konsole erreichen, es kam schließlich zum Vergleich.

Demnach sollte die „Play Station“ auch SNES-Spiele abspielen können, Sony entschied sich aber im Laufe der Entwicklung, die Möglichkeit fallen zu lassen. Nintendo stellte die Entwicklung des CD-Laufwerks für den SNES schließlich still und leise ein, auch diese Hardware kam nie auf den Markt. Auch die „Play Station“, mittlerweile als „Nintendo PlayStation“ bekannt, kam nie auf den Markt.

PlayStation drängte auf umkämpften Markt

Bei der Veröffentlichung der ersten PlayStation, die Sony selbst entwickelt hatte, am 3. Dezember 1994 in Japan war der Konsolenmarkt bereits hart umkämpft. Marktführer Nintendo hatte gerade den SNES-Nachfolger N64 angekündigt, Sega kurz zuvor seine Saturn-Konsole in Japan auf den Markt gebracht. Der Saturn verkaufte sich zunächst deutlich besser als Sonys PlayStation, konnte sich weltweit wie auch Nintendos N64 aber nicht behaupten.

Sony PlayStation-2-Konsole und Sega Dreamcast
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Gegen die PlayStation, hier Modell 2, hatte Segas Dreamcast keine Chance

Das Daten-CD-Laufwerk der PlayStation bot den Entwicklern gegenüber dem SNES mehr Kapazitäten und war auch in der Spieleproduktion billiger. Die Sega-Konsole, die ebenfalls ein CD-Laufwerk hatte, litt hingegen unter der mangelhaften Unterstützung für Entwickler. Vor allem aber zog Sony mit einer großen Marketingkampagne und einer aggressiven Preispolitik, bei der Sony selbst bei jeder Konsole draufzahlte, ins Feld und setzte Nintendo und Sega so unter Druck. Zudem wurde die Plattform weniger strikt kontrolliert als die von Nintendo.

Kopiermöglichkeiten als Erfolgsfaktor

Die erste PlayStation zog aber auch dank einer eifrigen Kopier-Community viele Fans an. Mittels speziellem Chip, der relativ einfach einbaubar war, konnte die Konsole kopierte Spiele abspielen. Die PlayStation konnte zudem als Abspielgerät für Audio-CDs genutzt werden, und gilt audiophilen Fans sogar als besserer CD-Player als aktuelle Geräte.

Das gilt ebenso für die nachkommenden Konsolen, im Fall der PlayStation 2 für DVDs und der PlayStation 3 für Blu-rays. Seitdem machte die Konsole auch alle Trends wie Virtual Reality und Bewegungssteuerung mit. Zudem weitete Sony die Marke mit der PSP und der Vita, allerdings wenig erfolgreich, auch auf tragbare Konsolen aus.

Nintendo mit Wii wieder erfolgreich

Nintendo konnte erst mit der Wii abseits des Handheldmarkts wieder einen großen Markterfolg feiern, Sega zog sich nach dem Misserfolg mit der Dreamcast überhaupt vom Hardwaremarkt zurück. 2001 kam mit Microsofts Xbox ein weiterer Mitbewerber auf den Markt, der sich mit mehr als 154 Millionen verkauften Stück (360 und One) halten konnte. Mittlerweile gilt die PlayStation-Marke mit rund 450 Millionen verkauften Standgeräten (Generation 1 bis 4) als erfolgreichste Konsole.

Eine 20-Jahre-Jubiläumsedition der Sony PlayStation 4
APA/AFP/Yoshikazu Tsuno
Mit verschiedenen Sondermodellen versucht Sony das Interesse an der PlayStation lebendig zu halten

Auf Geräte runtergebrochen führt die PlayStation 2 mit 157,7 Millionen verkauften Stück vor Nintendos mobilen Konsolen DS mit 154,9 Millionen und dem Gameboy mit 118,7 Millionen verkauften Geräten. Die erste Version der PlayStation liegt mit 104 Millionen Geräten dahinter auf dem vierten Platz.

Unterdessen steht mit der PlayStation 5 die nächste Generation in den Startlöchern. Erste Bilder eines sehr futuristisch anmutenden Designs sind am Wochenende aufgetaucht. Sie soll zum Weihnachtsgeschäft 2020 auf den Markt kommen und neben 4-K-Auflösung ein besonders realistisches Bild dank Raytracing-Technologie bieten. Ob es dann eine sechste Generation gibt oder Spiele komplett in die Cloud abwandern, wird sich zeigen.