Demonstranten stürmten Amtssitz von Maltas Regierungschef

In Malta haben Demonstrierende den Amtssitz von Ministerpräsident Joseph Muscat gestürmt und den Regierungschef in Zusammenhang mit den Ermittlungen zum Mord an der Journalistin Daphne Caruana Galizia zum sofortigen Rücktritt aufgefordert.

Demonstranten belagern den Amtssitz von Ministerpräsident Joseph Muscat.
Reuters/Mark Zammit Cordina

Etwa 40 Aktivisten und Aktivistinnen mit Trommeln, Pfeifen, Fahnen und Megafonen überrumpelten die Sicherheitskräfte heute Vormittag, drangen über einen Seiteneingang in das Gebäude in der Hauptstadt Valletta ein und blockierten den Zugang.

Muscat ist zwar nicht direkt in den Fall verwickelt, der Kreise bis in die Regierung gezogen hat, er hat aber Konsequenzen gezogen und seinen Rücktritt nach der Wahl eines Nachfolgers seiner Labour-Partei für Mitte Jänner angekündigt.

Die Investigativjournalistin war durch eine Autobombe im Oktober 2017 getötet worden. Sie hatte an einem Bericht über Korruption gearbeitet und die Existenz einer verborgenen Offshore-Firma aufgedeckt. Unter anderen Muscats Ex-Stabschef Keith Schembri soll in den Fall verwickelt oder zumindest ein Mitwisser gewesen sein. Er ist deswegen zurückgetreten, weist aber alle Vorwürfe zurück.