Verhärtete Fronten bei UNO-Klimakonferenz in Madrid

Bei der UNO-klimakonferenz in Madrid sind die Fronten weiter verhärtet. Bei einem informellen Austausch äußerten sich gestern diverse Delegierte sehr unzufrieden mit den Entwürfen der Beschlusstexte, die die chilenische Präsidentschaft in der Früh vorgelegt hatte.

Die EU sowie Vertreter von Entwicklungs- und Schwellenländern kritisierten, dass in den Texten nicht deutlich gemacht werde, dass die nationalen Klimaschutzziele zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens deutlich angehoben werden müssten.

„Für die EU ist es unmöglich“

Der Feststellung der COP-Präsidentin und chilenischen Umweltministerin Carolina Schmidt, mit den neuen Beschlusstexten sei eine Lösung gelungen, „die für alle funktioniert“, wurde von allen Delegierten, die sich zu Wort meldeten, widersprochen.

Konferenzleiterin Carolina Schmidt
APA/AFP/Oscar del Pozo

„Für die EU ist es unmöglich, diese COP zu verlassen ohne eine Botschaft für starke Ambition“, sagte eine Vertreterin der EU-Delegation, die auch Österreich vertritt, im Plenum. Die Texte müssten daher überarbeitet werden.

Thunberg: Gipfel scheint zu scheitern

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg kritisierte die mangelnden Fortschritte des Gipfels. Es sehe so aus, als würde die Konferenz gerade scheitern, schrieb die 16-Jährige auf Twitter. „Die Wissenschaft ist eindeutig, aber die Wissenschaft wird ignoriert.“

An dem Kampf, den sie zusammen mit ihren Mitstreitern gegen die Klimakrise führe, ändere das aber nichts: „Was auch immer passiert: Wir werden niemals aufgeben. Wir haben gerade erst angefangen“, twitterte Thunberg, die selbst einige Tage lang bei dem Gipfel dabei war.