Libysche Regierung akzeptiert Waffenruhe

Die international anerkannte Regierung in Libyen akzeptiert die von der Türkei und Russland vorgeschlagene Waffenruhe. Der Chef der Einheitsregierung in Tripolis, Fajis al-Sarradsch, teilte heute mit, die Waffenruhe gelte seit 0.00 Uhr. Seine Truppen hätten jedoch das „Recht“, auf „jeden Angriff“ zu antworten, „der aus dem gegnerischen Lager kommen könnte“.

Abtrünniger General kontrolliert große Gebiete

Zuvor hatten bereits die Truppen des abtrünnigen Generals Chalifa Haftar erklärt, sich an die Waffenruhe halten zu wollen. Die Türkei und Russland hatten am Mittwoch zu einer Feuerpause in dem nordafrikanischen Krisenstaat aufgerufen. Die Regierung in Tripolis hatte die Initiative begrüßt, allerdings zunächst offengelassen, ob sie sich daran halten wolle. „Bedingung“ für die Waffenruhe sei ein Rückzug der Truppen Haftars, sagte Ministerpräsident Sarradsch.

Haftar führt seit April eine Offensive auf Tripolis, wo die international anerkannte Einheitsregierung ihren Sitz hat. Diese ist schwach und hat weite Teile des Landes nicht unter Kontrolle. Haftar kontrolliert den Osten des Landes. Er wird in dem Konflikt von Russland unterstützt. Die Türkei hingegen unterstützt die Regierung in Tripolis und hat nach eigenen Angaben mit der Entsendung von Truppen nach Libyen begonnen.