Waffenruhe in Libyen offenbar schon nach Minuten brüchig

Die Konfliktparteien in Libyen haben sich heute, bereits wenige Stunden nach Inkrafttreten einer Waffenruhe, gegenseitig vorgeworfen, diese zu brechen. Die Feuerpause gilt seit Mitternacht.

Schon „Minuten“ danach habe es in zwei Randbezirken in der Hauptstadt Tripolis Verstöße gegeben, teilte die Regierung von Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch mit. Ein Kommandeur der selbst ernannten Libyschen Nationalarmee (LNA) des Generals Chalifa Haftar erklärte, die Regierung habe „mit allen möglichen Waffen, darunter Artillerie, an mehr als einer Front“ gegen die Waffenruhe verstoßen.

Land seit Gaddafis Tod gespalten

Beide Seiten erklärten, sich der Waffenruhe weiterhin zu verpflichten. Die Sarradsch-Regierung rief die Vereinten Nationen dazu auf, diese mit ihrer Mission im Land (UNSMIL) umzusetzen und Verstöße zu verhindern. LNA-Kommandeur al-Mabruk al-Gasawi sagte der Zeitung „Al-Marsad“, dass seine Truppen sich der Waffenruhe ebenfalls weiter verpflichtet fühlten.

Haftar kontrolliert weite Teile Libyens und wird vom Parlament mit Sitz im Osten des Landes unterstützt. Die Truppen der LNA versuchen seit April, Tripolis einzunehmen, wo die Sarradsch-Regierung ihren Sitz hat. Am Montag hatte die LNA erklärt, bei den Kämpfen die Küstenstadt Sirte eingenommen zu haben. In Libyen herrscht seit dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi 2011 Bürgerkrieg.