Pollen an einem Strauch
ORF.at/Christian Öser
Warmer Winter

Pollensaison schon in vollem Gang

Während im Jänner vor allem Erkältungen für rote Nasen sorgen, könnten nun auch Allergikerinnen und Allergiker ins Schniefen einstimmen: Die Pollensaison ist schon jetzt im Gang. Vor allem Hasel und Erle blühen mancherorts, heißt es vom Pollenwarndienst. Die Saison beginnt durch das warme Wetter früher – auch in den kommenden Tagen bleibt es mild.

Vor allem die Hasel blühe dieses Jahr „früher als normal“, so Uwe Berger, Leiter des Pollenwarndienstes, gegenüber ORF.at. Im Fünfjahresschnitt seien die Werte „um einiges höher“ – und entsprechen damit eher Ende Jänner beziehungsweise Anfang Februar. Das sei „sieben bis zehn Tage“ früher, so Berger. Bei der Erle bewege man sich eher im Schnitt, einige Jahre blühte die Erle bereits früher.

Die Pollen kommen vom Westen her und breiten sich in den kommenden Tagen auch im Osten aus. Vor allem in „thermisch begünstigten“ Orten – also solchen, die nicht im Becken liegen und damit von mehr Licht profitieren – blühe die Hasel schon, so Berger. In Wien sei ab Donnerstag mit höherer Belastung zu rechnen, in Eisenstadt wohl ab Sonntag.

Starke Pollensaison erwartet

Wer bereits jetzt allergisch reagiert, dem steht ein möglicherweise unangenehmes Jahr bevor. Der Experte sagt, dass „nach derzeitigem Stand“, gemessen am Besatz der Kätzchen, diese Saison mit „starken Belastungen“ zu rechnen sei. Dabei habe bereits Ende Dezember die Purpurerle, die vor den heimischen Erlen blüht, vielen „Weihnachten verhagelt“, so Berger, da auch hier die Belastung hoch war.

Hasel-Blüten
Getty Images/fermate
Die Pollensaison beginnt dieses Jahr schon im Jänner

Klimawandel beeinflusst Saison

Auch der Klimawandel spielt eine Rolle für die Pollen: In erster Linie beeinflusse dieser die Blühdauer, so der Experte. Frühblüher würden früher blühen, Spätblüher umso länger – dadurch werde die Pollensaison länger. Je nach Allergen und Ort kann die Klimakrise freilich unterschiedliche Auswirkungen auf Allergikerinnen und Allergiker haben – überspitzt formuliert: Wo kein Gras mehr wächst, ist auch nicht mit Gräserpollen zu rechnen. Hierzulande werde es etwa der Birke „zu warm“, so Berger – das führe aber momentan eher zu einer stärkeren Pollenbelastung, da diese „um ihr Überleben“ kämpfe.

Insbesondere die Luftqualität wirke sich auf die Stärke der Symptome aus. Deshalb fielen diese in Ballungszentren wesentlich stärker aus als auf dem Land, so Berger. Schwefeldioxid, Stickstoffdioxid und Ozon würden die Allergene in der Luft verändern und damit verstärken. Vor allem Ozon kommt eine Doppelrolle zu: Neben Feinstaub ist dieses dafür verantwortlich, dass gleichzeitig die Schleimhäute geschwächt werden – was dazu führt, dass Symptome zusätzlich verstärkt werden.

Auswertung ist Handarbeit

Gemessen werden Pollen mit entsprechenden Fallen, die Berger mit „kleinen Staubsaugern“ vergleicht. Diese saugen pro Minute zehn Liter Luft an, in etwa so viel, wie ein Mensch pro Minute einatmet. Auf einem Klebestreifen setzen sich die Partikel in der Luft fest. Ausgewertet werden diese Streifen per Hand – das dauert pro Tag „ein bis drei Stunden“. Dabei müssten die verschiedene Pollen voneinander unterschieden werden, so Berger. Aus den Ergebnissen würden dann entsprechende Modelle und Prognosen erstellt.

Jänner klingt mild aus

Das warme Wetter begünstigt den Pollenflug – nachdem vergangenes Wochenende selbst in Wien ein paar Schneeflocken gefallen sind, klingt der Jänner nun wieder sehr mild aus. Am Freitag überwiegen laut ORF-Wetterredaktion Sonne und Nebel. Dort, wo sich kein Nebel bildet, ist auch nicht mit Wolken zu rechnen. Die Temperaturen erreichen bis zu elf Grad.

Am Samstag ist es im Flachland erst neblig, am Nachmittag ziehen vielerorts Wolken auf. Mit Temperaturen bis zu neun Grad ist es zu Beginn des Wochenendes nicht mehr ganz so warm. Am Sonntag kommt auch Regen dazu, die Temperaturen verändern sich laut ORF-Wetter kaum. Die letzten Jänner-Tage sind ebenfalls mild: Am Montag gibt es zwar nicht viel Sonnenschein, mit elf Grad ist es aber recht warm. Am Dienstag gibt es wenige Schauer, dafür starken Wind – auch hier werden elf Grad erwartet.