Brexit-Münze: Streit über Komma erhitzt Gemüter

Nicht nur der Brexit selbst, auch die Herausgabe der Brexit-Gedenkmünze erweist sich als wahrer Kraftakt. Erst musste eine Million Brexit-Münzen wieder eingeschmolzen werden, weil das Austrittsdatum im Oktober nicht eingehalten werden konnte, nun sorgt die Aufschrift für heftige Debatten im Vereinigten Königreich.

Laut einem Bericht des „Guardian“ wird darüber gestritten, ob dem auf der 50-Pence-Münze eingeprägten Spruch „Peace, prosperity and friendship with all nations“ („Frieden, Wohlstand und Freundschaft mit allen Nationen“) ein Komma nach dem Wort „prosperity“ fehlt.

Laut Kritikerinnen und Kritikern brauche es ein Oxford-Komma, das in einer Reihe von drei oder mehr Begriffen in Listen vor dem schließenden „and“ steht. Das Oxford-Komma ist nicht unumstritten, seine korrekte Verwendung und Relevanz wird laut der britischen Zeitung immer wieder diskutiert. Es soll vor allem die Lesbarkeit verbessern.

Jugendbuchautor Pullman fordert Boykott

Zu den Gegnern der Münze gehört jedenfalls Philip Pullman, Autor der beliebten Jugendbuchreihe „His Dark Material“ (u. a. „Der Goldene Kompass“). „Der Brexit-Münze fehlt ein Oxford-Komma, und sie sollte von jeder gebildeten Person boykottiert werden“, so Pullman auf Twitter.

Sein Appell stieß auf Zustimmung, aber auch auf Widerstand: Ein Nutzer sprach auf Twitter von einer „recht elitären und dogmatischen Position. Die Nutzung des Oxford-Kommas ist optional, und in meinen Augen trägt es nichts zum Verständnis bei. Jedenfalls gibt es nichts, was dem Snobismus des britischen Mittelstandes das Wasser reichen kann.“

Viel helfen wird Pullmans Orthografieappell wohl nichts: Von Freitag an sollen etwa drei Millionen Münzen in Umlauf kommen, im Laufe des Jahres nochmals sieben Millionen.