US-Justizminister: Trump soll weniger twittern

US-Justizminister Bill Barr hat Präsident Donald Trump vorgeworfen, mit seinen Äußerungen auf Twitter die Arbeit seines Ministeriums zu behindern. „Ich habe ein Problem mit einigen der Tweets“, sagte Barr gestern dem Sender ABC News. „Ich kann meine Arbeit hier im Ministerium nicht machen mit ständigen Kommentaren aus dem Hintergrund, die mich untergraben.“

Die Twitter-Kommentare des Präsidenten machten ihm die Arbeit „unmöglich“, sagte Barr. „Ich denke, es ist an der Zeit, damit aufzuhören, über Kriminalfälle des Justizministeriums zu twittern.“ Vorwürfe, Trump habe ihm Anweisungen für laufende Strafverfahren gegeben, wies der Minister zurück.

Aussage Ende März

Barr wird am 31. März im US-Repräsentantenhaus zu seiner Amtsführung Stellung beziehen. Die im Repräsentantenhaus dominierenden Demokraten werfen dem Minister vor, Trump Gefälligkeitsdienste zu erweisen, zuletzt etwa im Umgang mit dem Fall des in der Russland-Affäre verurteilten früheren Trump-Beraters Roger Stone.

Kritik aus eigenen Reihen: Trump soll weniger twittern

In den USA erfährt Präsident Trump seltene Kritik aus den eigenen Reihen: Justizminister Bill Barr empfiehlt ihm, weniger zu twittern. Die Tweets des Präsidenten behinderten Barr bei der Arbeit.

Stone war im November von einer Jury für schuldig befunden worden, Untersuchungen des US-Kongresses zu den mutmaßlichen verdeckten russischen Einmischungen zugunsten Trumps in den Wahlkampf 2016 behindert zu haben. Am Montag beantragte die Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe von sieben bis neun Jahren gegen ihn. Das geißelte Trump öffentlich als „Justizirrtum“, den er nicht zulassen könne.

Die vier federführend mit dem Fall befassten Staatsanwälte traten daraufhin zurück. Ein neu für den Fall eingesetzter Staatsanwalt schlug dann eine deutlich niedrigere Haftstrafe von rund drei bis vier Jahren vor. Barr wird vorgeworfen, unter dem Druck Trumps auf diese Entscheidung Einfluss genommen zu haben. Das wies der Minister im Sender ABC News zurück. „Ich bin froh, sagen zu können, dass der Präsident mich nie gebeten hat, in einem Strafverfahren etwas zu unternehmen“, sagte er.