Lukaschenko beklagt wirtschaftlichen Druck aus Russland

Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko hat Russland vorgeworfen, mit wirtschaftlichem Druck eine Vereinigung der beiden Länder erzwingen zu wollen. Der Kreml habe angedeutet, dass sich Weißrussland Russland anschließen müsse „als Gegenleistung für einheitliche Energiepreise“, sagte der autoritär herrschende Präsident heute nach Angaben seines Büros in Minsk. Er sei „überzeugt, dass weder die Russen noch die Weißrussen diesen Weg jemals einschlagen wollen“.

Weißrussischer Präsident Alexander Lukaschenko
AP/BelTA/Nikolai Petrov

Russland ist der engste Verbündete des autoritär regierten Weißrussland. Die beiden Länder unterhalten enge Handelsbeziehungen und arbeiten in Verteidigungsfragen zusammen. In den vergangenen Monaten hatte Russlands Präsident Wladimir Putin Weißrussland zu einer stärkeren Integration gedrängt. Während Lukaschenko engere Beziehungen zu Moskau begrüßt, lehnt er eine Vereinigung beider Länder ab.

Immer wieder Konflikte

Immer wieder kommt es zwischen den Nachbarstaaten zu Konflikten, insbesondere wegen Energiestreitigkeiten. Bis vor kurzem bezog Weißrussland sein gesamtes Öl zum Vorzugspreis aus Russland. Anfang des Jahres setzte Russland seine Öllieferungen jedoch aus, da sich die beiden Staaten trotz zahlreicher Verhandlungen nicht auf ein neues Abkommen einigen konnten.

Weißrussland importiert jährlich rund 24 Millionen Tonnen Öl aus Russland. Sechs Millionen Tonnen sind für den Eigenbedarf, der Rest fließt durch Pipelines vor allem nach Europa weiter – für die schwächelnde Wirtschaft des Landes eine wichtige Einnahmequelle.