IV erwartet BIP-Rückgang von 13 Mrd. Euro in Österreich

Durch die Ausbreitung des Coronavirus und die dadurch entstandenen Ausnahmezustände in vielen Ländern ist eine weltweite Rezession unausweichlich. Für Österreich rechnet Christian Helmenstein, Chefökonom der Industriellenvereinigung (IV) und Leiter des Economica Instituts für Wirtschaftsforschung, mit einer Rezession, die 13 Milliarden Euro kosten könnte, berichtete der „Kurier“ (Dienstag-Ausgabe).

„Wenn sich das Ausmaß nicht noch verschlimmert, wird es zu einer BIP-Schrumpfung von 2,5 Prozent kommen“, sagte Helmenstein. Das wäre in Summe ein Rückgang in Höhe von 13,7 Mrd. Euro. Damit wäre die BIP-Schrumpfung allerdings geringer als beim Ausbruch der Wirtschaftskrise 2008/2009, denn damals lag sie bei 3,8 Prozent.

Jetzt gehe es durch die abrupten Betriebsschließungen und Handelsreduktionen allerdings „rascher abwärts als 2008/09“.

Zwei Schocks

Helmenstein erkennt zwei simultane Schocks, einen auf der Angebots- und einen auf der Nachfrageseite. „Der Angebotsschock ist eine Folge der Betriebsschließungen wegen der rechtlichen Interventionen.“ Es könne deshalb sogar zu Unterbrechungen von Lieferketten kommen, etwa durch die Absenz von Pflegerinnen und Erntehelfern.

Ein „positiver“ Angebotsschock sei der enorme Verfall des Ölpreises. „Dieser wirkt sich inflationsdämpfend aus und stärkt die Kaufkraft.“ Für betroffene Betriebe aus der Ölindustrie sei das natürlich nicht positiv.

Nachfrageschocks würden folgen, wenn es mehr Arbeitslose gebe und die Kaufkraft zurückgehe. „Exzellent“ sei in diesem Zusammenhang die Kurzarbeit. Viele würden dadurch ihre Jobs behalten. Dadurch könnte der Konsum stabil bleiben und die Krise mildern.