Kreuzfahrtschiff „Ruby Princess“ darf in Australien anlegen

Nach Wochen auf dem Meer haben die australischen Behörden das Kreuzfahrtschiff „Ruby Princess“ in einen Hafen in der Nähe von Sydney einlaufen lassen, um die am stärksten unter Coronavirus-Symptomen leidenden Besatzungsmitglieder zur medizinischen Behandlung an Land zu holen. Das Schiff, dessen 2.700 Passagiere trotz mehrerer Verdachtsfälle bereits im März an Land gehen durften, legte heute an.

Kreuzfahrtschiff Ruby Princess
APA/AFP/Peter Parks

Das Schiff lief im rund 80 Kilometer von Sydney entfernten Port Kembla ein. Ärzte hatten zuvor den Zustand von rund 200 Besatzungsmitgliedern untersucht, die Symptome der Virusinfektion aufwiesen. Einige Schwersterkrankte wurden noch auf dem Meer von dem Kreuzfahrtschiff geholt, andere sollten ins Krankenhaus gebracht werden.

Die restlichen Besatzungsmitglieder sollen nach Angaben der Polizei des australischen Bundesstaates New South Wales an Bord bleiben, bis das Schiff wieder aufgetankt und die Vorräte wieder aufgefüllt sind.

Nur zehn Tage

In spätestens zehn Tagen müsse die „Ruby Princess“ dann das australische Gewässer wieder verlassen. In der Erklärung der Polizei hieß es, alle Gesundheitsrichtlinien würden strikt befolgt, um sicherzustellen, dass niemand im Hafen und in der Gemeinde der Gefahr einer Ansteckung ausgesetzt sei.

Die australische Regierung hatte im vergangenen Monat trotz eines bereits geltenden Anlegeverbots für Kreuzfahrtschiffe wegen der Coronavirus-Krise eine Genehmigung für das Anlegen der „Ruby Princess“ erteilt.

Hunderte der Kreuzfahrtteilnehmer wurden positiv auf das Coronavirus getestet, zehn von ihnen starben – das ist ein Viertel aller Todesfälle in Australien. Inzwischen ermittelt die Polizei gegen die Reederei wegen des Verdachts, Informationen über die Gesundheitssituation an Bord der „Ruby Princess“ zurückgehalten zu haben.