Deutschland will bis zu 50 Flüchtlingskinder aufnehmen

Deutschland will in Kürze zunächst bis zu 50 unbegleitete Minderjährige aus den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln aufnehmen. „Der Transfer soll nach Möglichkeit schon in der kommenden Woche beginnen“, gab das deutsche Innenministerium gestern bekannt.

Das solle heute dem Kabinett vorgeschlagen werden. Darauf habe sich Ressortchef Horst Seehofer (CSU) mit Vertretern und Vertreterinnen der Koalitionsfraktionen verständigt. Die genannte Maßnahme wird in der Mitteilung als ein erster Schritt bezeichnet, von weiteren ist allerdings nicht die Rede.

„Nach Ankunft in Deutschland sollen die Kinder und Jugendlichen zunächst zentral in eine zweiwöchige Quarantäne, bevor eine Verteilung in die Länder erfolgt“, teilte das Innenministerium mit. Hintergrund ist die Coronavirus-Pandemie. Sie führt den Angaben zufolge dazu, dass es in einigen Ländern, die ebenfalls eine Aufnahme von Flüchtlingskindern zugesagt haben, zu Verzögerungen kommt.

Erste Kinder kommen aus Griechenland nach Luxemburg

In den kommenden Tagen sollen auch nach Luxemburg zwölf unbegleitete Minderjährige gebracht werden. Das solle in den kommenden Tagen geschehen, teilte das Büro des stellvertretenden griechischen Migrationsministers Giorgos Koumoutsakos mit.

Die Reise wird in Kooperation mit dem UNO-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) und der Internationalen Organisation für Migration (IOM) stattfinden, hieß es. Aus welchen Flüchtlingseinrichtungen die Kinder geholt werden sollen, wurde zunächst nicht bekannt.

Zahlreiche humanitäre Organisationen und Politiker hatten in den vergangenen Tagen wiederholt die Ausreise unbegleiteter Minderjähriger aus den griechischen Camps gefordert. In den griechischen Camps harren unter zum Teil menschenunwürdigen Bedingungen mehr als 100.000 Personen aus.