Die Nationalbank in Wien
ORF.at/Roland Winkler
OeNB-Berechnung

Pandemie kostete bisher elf Mrd. Euro

Die Coronavirus-Pandemie hat die heimische Wirtschaftsleistung nach Berechnungen der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) bisher um elf Mrd. Euro schrumpfen lassen. Während der vergangenen fünf Wochen sei die Wertschöpfung aufgrund der Maßnahmen und durch den Einbruch von Exporten sowie Investitionen um 29 Prozent gesunken, teilte die OeNB am Mittwoch mit.

Der Rückgang macht laut der Notenbank elf Mrd. Euro oder 2,8 Prozent des jährlichen Bruttoinlandsprodukts aus. Der Rückgang sei je zur Hälfte auf das Konsumminus und auf das schlechtere makroökonomische Umfeld zurückführen.

Im Gegensatz zur Wirtschafts- und Finanzkrise 2009, die vom Finanzsektor ausging und bei der die Realwirtschaft vor allem durch einen Nachfragerückgang getroffen wurde, seien aktuell sowohl die Nachfrage- als auch die Angebotsseite betroffen, schreibt die OeNB in einer Aussendung.

Tourismus und Gastro am stärksten bestroffen

Am stärksten betroffen sei der Bereich Beherbergung und Gastronomie mit einem Nachfragerückgang von 80 Prozent. Die OeNB-Ökonomen weisen darauf hin, dass durch die geringe Eigenkapitalquote und eine niedrige Liquidität die Hotel- und Gastrobranche wenig Möglichkeiten hat, die Umsatzausfälle abzufedern. Außerdem können die ausbleibenden Gäste nicht zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.

Bei Reisebüros und Reiseveranstaltern kommt die OeNB für den Zeitraum 9. März bis 12. April zu einem Umsatzausfall von 88 Prozent. Ebenfalls stark von der Coronavirus-Krise betroffen sind die Dienstleistungsbranchen Sport und Unterhaltung und die sonstigen überwiegend persönlichen Dienstleistungen (u. a. Frisör- und Kosmetiksalons).

Auch sehr stark betroffen sind Airlines, Möbelproduzenten, Mode- und Schuhhersteller, Autohersteller und Zulieferer und Druckereien. „Im Vergleich zu den tourismusbezogenen Dienstleistungen haben die betroffenen Unternehmen der Sachgütererzeugung jedoch durchwegs eine bessere Solvenz- und Liquiditätsposition“, so das Fazit der OeNB-Ökonomen.